Die Lehren aus der WM-Blamage ziehen

Von unserem Redaktionsmitglied Jürgen Swarofsky, Sulzberg - Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen: Dieses geflügelte Wort trifft auf den Finn-Dinghi-Segler Michael Fellmann aus Sulzberg (Oberallgäu) zu. Ärgerte er sich selbst über sein schlechtes Abschneiden bei der Weltmeisterschaft (WM) in Rio de Janeiro am meisten, als er - wie berichtet - über den 38. Platz unter 54 Teilnehmern nicht hinausgekommen war, so musste er in der Heimat noch der Presse entnehmen, dass damit sein Start bei den Olympischen Sommerspielen in Athen gefährdet sei. 'Das ist einfach nicht wahr und ich bin deshalb stinksauer', erklärte Fellmann. Der 34-jährige Hauptfeldwebel bei der Sportfördergruppe in Sonthofen ist bei seinen Nachforschungen, wie diese Falschmeldung durch eine Presseagentur zustande gekommen ist, nicht fündig geworden. Tatsache ist, dass seine Olympia-Teilnahme trotz des schlechten Auftritts bei der WM in Brasilien gesichert ist. 'Der beste Beweis dafür ist doch, dass gerade jetzt der Maßbogen für die Olympia-Einkleidung bei mir eingetroffen ist', stellt der Segler fest. Für die Olympischen Spiele qualifiziert hat sich Fellmann mit dem vierten Platz bei der Europameisterschaft 2003 in Mastrand (Schweden), nachdem er ein Jahr zuvor bei der WM auf dem Olympia-Revier in Athen mit dem siebten Rang für den Deutschen Segler-Verband (DSV) einen Startplatz erobert hatte. Dass sein Start bei der WM in Brasilien 'voll in die Hose gegangen ist', weiß der zweifache Familienvater, doch gewinnt er dem Desaster auch etwas Gutes ab. 'Wir werden jetzt deshalb den Kopf nicht in den Sand stecken', sondern weiter auf das große Ziel hinarbeiten'. Das beginnt schon im nächsten Monat, wenn vom 9. bis 20. März auf dem Gardasee die Olympic-Garda-Regatta mit einem Großteil der Weltelite abrollt. Genauso wie die WM in Brasilien betrachtet Fellmann diesen Wettbewerb in Absprache mit dem Verband und Bundestrainer Jörg Pfeiffer jedoch nur als einen 'Trainings- und Aufbau-Wettbewerb'. So gesehen hat die WM 'wertvolle Erkenntnisse geliefert'. Der Allgäuer stuft das Revier in Brasilien ähnlich wie das vor Athen mit seinen Leicht- bis Mittelwind-Bedingungen 'als anspruchsvoll' ein. Dass sich Fellmann auf solche Verhältnisse zum Schluss eingestellt hatte, beweisen seine zwei sechsten Plätzen in den beiden letzten Wettfahrten. Darauf will er nun aufbauen. Hätte er in Brasilien nicht einmal einen Frühstart ('Er war umstritten') fabriziert und wäre ihm nicht auch der Baumniederholer ('Das war einfach Pech') gebrochen, 'wäre durchaus ein Platz unter den Top Ten drin gewesen'.

Körperlich fit Fellmann weiß, 'dass der Verband und der Bundestrainer voll hinter mir stehen'. Jetzt gilt es die Lehren aus der WM-Blamage zu ziehen. Körperlich fühlt sich der Sulzberger 'vollkommen fit'. Dafür hat er 'in der toten Zeit' viel an sich gearbeitet. Gelingt es ihm nun noch die Material-Probleme in den Griff zu bekommen, so scheint einer erfolgreichen Olympia-Teilnahme nichts im Wege zu stehen. Das Ticket für Athen hat Fellmann jedenfalls allen Unkenrufen zum Trotz in der Tasche.

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