Die Kuh ist weder lila noch kommt sie aus der Fabrik

Westallgäu(mic). - Zum 'Tag des offenen Hofes' am 20. Juni öffnet der Westallgäuer Landwirt Andreas Baur die Tore zu seinem Gehöft in Hopfen 8 (bei Stiefenhofen). Rund 3000 Besucher werden zwischen 10 und 16 Uhr erwartet. Weitere Allgäuer Betriebe beteiligen sich nicht an der Aktion des Bayerischen Bauernverbandes. Wir sprachen mit dem Lindauer Kreisobmann Helmut Jäger über den 'Tag des offenen Hofes'. Was erwartet die Besucher am Sonntag? Jäger: Wir wollen die Hoftüren für die Verbraucher öffnen. Sie können sehen, wie auf einem landwirtschaftlichen Betrieb gearbeitet wird und wie Tiere gehalten werden. Während die Kinder Tiere selbst anfassen können, erfahren die Eltern, wie Lebensmittel in der Landwirtschaft produziert werden. Zudem ist es interessant, etwas zur Arbeit des 'neuen Bauern' zu erfahren. Während er früher nur den Hof zu versorgen hatte, ist er heute ein Allrounder: Der Betrieb muss beispielsweise im Internet präsent sein, eine gute Öffentlichkeitsarbeit ist extrem wichtig geworden. Welchen Zweck hat der 'Tag des offenen Hofes'? Jäger: Ziel der Aktion ist es, im persönlichen Gespräch eine Vertrauensbasis zum Verbraucher aufzubauen. So dass er nicht kopflos in den billigsten Einkaufsmarkt geht, sondern einen Bezug zur heimischen Landwirtschaft aufbaut und sich bewusst ernährt.

Auch wollen wir das Verständnis für die Landwirtschaft stärken. Gülle zum Beispiel stinkt nicht nur, sondern ist Teil eines wichtigen ökologischen Kreislaufs. Solche Dinge sind zu erklären. Und Kinder sehen beim direkten Kontakt mit Tieren, dass die Kuh nicht lila ist, sprich: Sie sollen erkennen, dass es sich um Lebewesen und nicht um Produkte aus der Fabrik handelt. Und natürlich sind wir offen für Anregungen aus der Verbraucherschaft. Im Allgäu beteiligt sich nur ein Bauernhof am 'Tag des offenen Hofes'. Warum? Jäger: Im vergangenen Jahr beteiligten sich an der Aktion andere Allgäuer Landkreise. Dieses Jahr sind wir im Westallgäu die einzigen. Die Beteiligung schwankt ganz einfach, weil ein riesiger Aufwand dahinter steckt. In die Vorbereitungen dieses Jahr waren an die 50 Personen eingebunden. Das kann sich ein Hof nur alle paar Jahre einmal leisten. Hinzu kommt: Nicht jeder landwirtschaftliche Betrieb ist für den 'Tag des offenen Hofes' geeignet. Er muss vor allem verkehrsgünstig liegen, schließlich erwarten wir bei gutem Wetter etwa 3000 Besucher. Zudem sollten die baulichen Anlagen repräsentativ sein.

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