Kaufbeuren
Die Ballermänner aus Kaufbeuren

21 von 22 Spielen gewonnen, 63 von 66 Punkten geholt und ein Torverhältnis von 197:42: Die Tabelle der Jugend-Bundesliga Süd im Eishockey drückt die Überlegenheit des ESV Kaufbeuren in dieser Saison deutlich aus. Noch sechs Partien sind es bis zur Endrunde um die deutsche Meisterschaft, zu der dem ESVK rechnerisch noch zwei Punkte fehlen. Doch das Ziel ist höher gegriffen: Kaufbeuren will, nein, muss eigentlich in die Deutsche Nachwuchs-Liga (DNL) aufsteigen. Der Grund ist einfach: «Wer als junger Eishockeyspieler was erreichen will, muss mittlerweile in der DNL spielen. Wenn wir es also nicht schaffen, uns dort zu etablieren, werden uns immer wieder die besten Talente schon frühzeitig verlassen», sagt Trainer Alfred Weindl.

Für dieses große Ziel wird in Kaufbeuren hart gearbeitet. Viermal pro Woche wird auf dem Eis trainiert, dazu kommen weitere Einheiten im Kraftraum. «Ich verbringe fast meine ganze Freizeit im Eisstadion», sagt Robert Wittmann, Kapitän der Mannschaft. Der 16-Jährige steigt jeden Tag nach der Schule in den Zug, um von Buchloe ins Training nach Kaufbeuren zu fahren. Sein Fleiß zahlt sich aus: Mit 58 Punkten (24 Tore, 34 Assists) aus 19 Spielen ist Wittmann gefährlichster Angreifer der gesamten Bundesliga. Unter den besten Zehn der Liga werden in der Statistik neben Wittmann noch sechs weitere Kaufbeurer geführt. «Ich bin stolz darauf, was die Burschen in dieser Saison geleistet haben», lobt Trainer Weindl.

Trainer ein «Schleifer»

Ihm sei es in erster Linie zu verdanken, dass die Mannschaft so souverän von Sieg zu Sieg zieht, meint Wittmann. «Er ist ein Schleifer. Immer, wenn wir es lockerer angehen lassen wollen, zieht er die Zügel wieder an», sagt der 16-Jährige. Ein weiteres Geheimnis der Erfolgs: Die Spieler des Jahrgangs 1993, heuer der ältere Jahrgang, bekamen schon in der vergangenen Saison viel Eiszeit - weil der Kader damals vergleichsweise klein war. «Wir haben Erfahrung und Spielpraxis gesammelt. Das zahlt sich jetzt aus», erklärt Wittmann. In den verbleibenden sechs Vorrundenspielen gelte es, die Reihen für die Endrunde zu stabilisieren. Schon vorzeitig den Schongang einzulegen, das wird es unter Weindl nicht geben. Schließlich habe das noch nie etwas gebracht. Weindl: «Wir müssen in jedem Spiel zeigen, wo wir hinwollen, nämlich zum Titel.

» Um diesen zu holen, hat der Verein das Team mit sechs Neuzugängen verstärkt. Die Torhüter Jordi Buchholz (Berlin) und Fabian Mölle (Düsseldorf) sowie die beiden Italiener Alex Trivellato und Davide Turrin sind für ihren Wechsel zum ESVK sogar aus dem Elternhaus ausgezogen. In Kaufbeuren wohnen sie bei Gastfamilien.

Bei der Endrunde gibt es voraussichtlich erneut zwei Derbys gegen den Allgäu-Rivalen aus Füssen. Und das wäre in dreierlei Hinsicht ein Kracher: Es geht um die bayerische Meisterschaft. Zudem sind die Füssener amtierender Meister, haben dem ESVK in der vergangenen Saison also den DNL-Aufstieg vermasselt. Was die Kaufbeurer aber am meisten wurmt: Ausgerechnet gegen den EVF haben sie die bislang einzige Saisonniederlage kassiert.

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