Kempten
Der Sieger-Hund fehlt und Dieter Bohlen auch

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Die Show heißt: «Das Supertalent». Aber wo war es? Jedenfalls nicht in der Big Box. Der angekündigte Sieger der RTL-Sendung, Hunde-Dresseur Yvo Antoni, konnte nicht mit auf Tour gehen. Unfreiwillig, denn sein Hund sei krank. Pyro-Effekte während einer TV-Aufzeichnung hätten Bello Prima Donna verschreckt. Diese Nachricht ist natürlich ein dicker Hund, den die rund 1000 Supertalente-Fans in der Big Box schlucken müssen. Doch die tragens mit Fassung. Zehn Finalisten der Show liefern dann, freundlich beklatscht, passable Leistungen.

Die Konzepte von Bohlens RTL-Shows «Deutschland sucht den Superstar» und «Das Supertalent» unterscheiden sich nur unwesentlich. Hier wie dort wird unbekannten Talenten (und jenen, die glauben, welche zu sein) eine Bühne gegeben. In Kempten zeigen die Finalisten - mit Ausnahme des Feuerkünstlers Hannes Schwarz - nur musikalische Talente.

Herzzerreißend und langweilig

Zwei Sängerinnen schmettern Herz zerreißende Opern-Arien, die blinde Fabienne Bender singt und spielt Keyboard, drei Jungstars trällern und die falsettierende Diskokugel Oliver Roemer sorgt für Spaß. Er und Feuermann Schwarz heben sich dabei deutlich von der Künstlermasse ab. Gepflegte Langeweile macht sich hingegen bei dem Sänger Davy Kaufmann und Petruta Küpper an der Panflöte breit.

Dann steigern Stimme und Ausstrahlung von Jungdiva Vanessa Calcagno die Stimmung. Zur Rettung des Abends trägt nicht unerheblich Moderator Daniel Hartwich mit flotten Sprüchen und Seitenhieben bei: «Die Show wird bestimmt wie im Fernsehen. Nein, sie wird besser. Dieter Bohlen ist nicht da.» Die Talent-Gewinner kommen aber über flache Floskeln nicht hinaus.

Von einer Riesen-Leinwand, grüßen einmal kurz Yvo Antoni und seine Prima Donna. Dabei fällt kaum jemandem auf, dass auch die Artisten Sven und Sebastian aus der TV-Endrunde durch Abwesenheit glänzen. Die Leinwand, flankiert von bonbonbunt illuminierten Treppen-Fluchten, kann die große Bühne kaum füllen. Davor wirken die meist einzeln antretenden Künstler fast verloren. Eine richtige Band hätte diese Produktion aufgewertet. Mehrere technische Pannen und das unsauber abgemischte Playback zum klaren Live-Gesang stören zudem die Auftritte.

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