Lautrach
Der «Schlossherr» gibt die Schlüssel aus der Hand

Fast auf den Tag genau vor 20 Jahren - am 8. Dezember 1989 - hat Joachim Lehmann vom Kolping-Bildungswerk der Diözese Augsburg und Dr. Robert Bachfischer von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwaben eine Gesellschaft gegründet. Deren Ziel war es, im leer stehenden Schloss Lautrach (Unterallgäu) eine Fortbildungsstätte für werteorientierte Unternehmensführung zu errichten. Nach vier Jahren Umbau war es so weit: Das Management Centrum Schloss Lautrach öffnete seine Pforten. Zum Gründungsgeschäftsführer wurde Dr. Bachfischer berufen. Jetzt geht der 63-jährige «Schlossherr» in Ruhestand und gibt die Schlüssel aus der Hand.

Für die schwäbische Wirtschaft

«Vom ersten Moment an habe ich eine Bindung zu diesem Projekt und zu diesem Haus gehabt», blickt Bachfischer auf die Anfänge zurück. «Wir wollten was aufbauen für Führungskräfte im mittleren und oberen Bereich - einen Ort schaffen, wo sich die schwäbische Wirtschaft zu Hause fühlt.»

Es war nicht Bachfischers Plan, dass er ab 1998 auch der operative Leiter des Hauses wird. Aber im Leben kommt es bekanntlich manchmal anders, als man denkt. Seinen Doktortitel hatte Bachfischer an der Technischen Universität München im Ingenieurwesen über Umweltplanung gemacht. Später fungierte er bei der IHK in Augsburg als Leiter der Abteilung Industrie- und Umweltschutz. Eher zufällig rutschte er dann in die Sparte Fortbildung, als dort eine leitende Stelle neu zu besetzen war.

Somit hatte er sich auch der Aufgabe zu widmen, im Bezirk ein Domizil für Führungskräfte-Seminare auf die Beine zu stellen.

Von Anfang an war es Bachfischer wichtig, den Teilnehmern der Kurse auf der Basis der katholischen Soziallehre das Führen zu vermitteln. Ein guter Chef müsse laut Bachfischer die Kombination von Klarheit in der Sache und Humanität gegenüber den Mitarbeitern in sich tragen. Das sei keine Gefühlsduselei, sondern Führung unter erfolgs- und menschlichen Aspekten. Wobei ein Unternehmer «authentisch ins eigene Ich integriert» sein sollte. Er müsse eine individuelle Ethik vorleben: «Tricks, wie man toll auftritt, werden schnell durchschaut.»

Mit welchen Gefühlen geht der «Schlossherr» in Ruhestand? «Mit gemischten», gibt er nach einer kurzen Zeit des Nachdenkens zu. Es überwiege zwar die Freunde auf die neue Freiheit und auf Hobbys, die in den vergangenen zwei Jahrzehnten wegen des Engagements in Lautrach zu kurz gekommen sind. Er spüre aber auch eine leichte Wehmut. Denn im Schloss stecke doch viel Herzblut von ihm drin.

Kein abrupter Abschied

Ganz so schwer wird der Abschied aber nicht werden, denn er fällt nicht abrupt aus: «Ich mache weiterhin Seminare.» Für 2010 sind bereits 35 Kurs-Tage in Lautrach geplant. Außerdem betreut Bachfischer nach wie vor einige Großkunden - Firmen, die Bachfischer seit Jahren für Coachings in den Betrieb holen und dies auch weiterhin wollen.

Und schließlich bleibt dem 63-Jährigen noch eine andere Schlüsselfunktion: Er ist Vize-Vorsitzender der Goldhofer-Stiftung, einem Gremium des Memminger Schwerlastfahrzeuge-Herstellers.

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