München
Börner lässt Eisparcours brennen

Nach 38,53 Sekunden war alles gelaufen. Mit Schwung hatte sich Andi Börner (26) aus Memmingen vor 50 000 Zuschauern den 386 Meter langen Eisparcours im Olympiapark München mit Schlittschuhen hinunter gestürzt. 70 Prozent Gefälle mit sieben Kurven, vier Wellen und drei Sprüngen musste der Eishockeyspieler des Bayernligisten ECDC Memmingen mit drei Konkurrenten im Nacken überwinden. Beim Stopp der «Ice Cross Downhill-Weltmeisterschaft» am Samstag waren noch 64 Waghalsige im Rennen, die diese neue Trendsportart speziell trainieren. Börner war der schnellste von drei Allgäuern und hat sich mit Platz 22 für den nächsten Stopp der ersten WM in Quebec/Kanada qualifiziert. Sieger wurde Eishockey-Verteidiger Martin Niefnecker (19) aus Garmisch-Partenkirchen.

Der ehemalige Eishockey-Nationalspieler Alexander Jung (32) aus Füssen hatte schon bei der Qualifikation am Freitag Respekt vor dem schnellen Eisparcours. «Hier fährt man nicht einfach so runter. Das ist eine anspruchsvolle Strecke. Da hilft es auch nicht, dass ich als Profi auf dem Eis gestanden bin», sagte Jung, der bis April 2009 bei den Hannover Scorpions die Schlittschuhe schnürte. «Das sind alle Profis, die täglich auf solchen Strecken trainieren.» Etwas Neues gab es jedoch auch für die Profis in dieser Trendsportart. München hatte als einzige Strecke eine 180-Grad-Kurve eingebaut. Ein Sandsack markierte in der Mitte den Wendepunkt. «Da muss man auf Null abbremsen und danach wieder voll Gas geben», sagte Jung. Als 68. der Qualifikation schied er vorzeitig aus und musste am Samstag seinem Bruder Florian (27) und Andi Börner zuschauen.

«Es war klar, dass Florian schneller ist, als ich. Er ist Stürmer, ich war Torwart. Ich bin die meiste Zeit auf dem Eis gestanden», witzelte der Zaungast.

Endstation Achtelfinale

Als 52. der Qualifikation startete Florian Jung vor 50 000 tosenden Zuschauern im Olympiapark. Er lies es locker angehen und bog als Letzter von vier Startern in die erste Kurve ein. Seine Taktik: auf die Stürze der anderen zu hoffen. Die ist nicht ganz aufgegangen. Er kam als Dritter ins Ziel und schied im Achtelfinale aus. Besser lief es bei Andi Börner. Als schnellster Allgäuer in der Qualifikation - Platz 22 - trat er im Achtelfinale gegen zwei Deutsche und einen Kanadier an. Als Zweiter kam er um die erste Kurve und konnte den Vorsprung verteidigen. Die letzten Wellen überfuhr er ganz entspannt und nahm den Zielsprung ohne Hektik.

«Meine Frau hat mich dazu gebracht hier mitzufahren», erzählte Börner. «Es macht Riesenspaß sich hier runterzustürzen.»

Im Viertelfinale hatte der Memminger dann allerdings das Nachsehen. Trotzdem war er zufrieden mit dem spektakulären Auftritt vor der riesigen Kulisse.

www.redbullcrashedice.com

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