Allgäu
Bergfilm auf Erfolgskurs

Ausverkauft hieß es am Samstagabend im Immenstädter Hofgarten. 900 Leute waren in die Stadthalle gekommen, mehr gingen nicht rein. 200 weitere Gäste standen vor der Türe, konnten den Bergfilmabend nicht erleben. Eine ungeahnte Resonanz, über die sich vor allem Filmemacher Jürgen Schafroth freute. Den Erfolg hat er sich verdient: Der Film über die Nagelfluhberge «Auf der Spur der runden Steine» begeisterte die Zuschauer genauso wie seine Dokumentation über das Winterbergsteigen. Gut gemachte Berg-Dokumentarfilme sind heute wieder überaus gefragt.

Und Berge bewegen Menschen derzeit wie selten zuvor. Ob Wandern, Klettern, Ski- oder Hochtouren: Sämtliche Outdoor-Sportarten boomen.

Eine gut gemachte Bergdokumentation ist spannend und authentisch zugleich. So wie die Filme von Jürgen Schafroth, der das Filmen übrigens nebenberuflich macht und sich alles selbst angeeignet hat. Ein interessanter Bergfilm muss auch nicht unbedingt irgendwo am Ende der Welt entstehen. Auch im Allgäu gibt es noch so viel zu entdecken. Und häufig faszinieren die Zuschauer auch einfach die Begegnungen mit einer Landschaft, die sie bereits selbst erlebt haben. In Immenstadt war die Mischung am Samstag genau richtig: Breiten-Bergsteigen bei einer Tour über die Nagelfluhkette und extremes Winterklettern an der Höfats in dem anderen Beitrag.

Die große Beliebtheit des Berg- und Naturfilms dokumentiert auch das 2003 ins Leben gerufene Bergfilmfestival in Tegernsee mit internationaler Beteiligung. In der Jury sitzt dort der mit vielen internationalen Preisen ausgezeichnete Allgäuer Bergfilmer Gerhard Baur aus Sulzberg - einer der besten weltweit. Der Region stünde es gut an, wenn es auch hier ein Bergfilmfestival geben würde. An Talenten zumindest mangelt es nicht. Und auch nicht am Interesse der Bevölkerung. Im Gegenteil: Je weiter das Fernsehprogramm verflacht, desto größer wird das Interesse an guten Dokumentationen. Und das Niveau des Fernsehprogramm ist ja im freien Fall - in erster Linie bei den Privaten. Gute Zeiten also für Dokumentarfilmer? Nicht ganz. Denn für die ist bei den Sendern immer weniger Geld übrig, weil miese Soap-Serien produziert werden.

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