Memmingen
Bei Kaffeefahrten nie zum Kauf verpflichtet fühlen

Ein paar tausend Euro in bar, ein DVD-Player, ein Staubsauger, ein Frühstück - und das alles geschenkt, noch dazu während eines schönen Ausflugs. So lautet das Angebot für eine typische Kaffeefahrt, wie sie derzeit im Raum Memmingen beworben wird. «Vor allem Senioren werden verstärkt von einer dubiosen Firma angeschrieben», warnt Polizeisprecher Christian Owsinski auf Nachfrage.

Geschickte Einladungen

Die Einladungen für Kaffeefahrten seien äußerst geschickt gestaltet mit dem Versprechen auf wertvolle Preise. Diese Geschenke werden aber in der Regel nicht ausgegeben und auch der angepriesene schöne Ausflug entwickelt sich nur zu einer Verkaufsveranstaltung. Dabei werden meist minderwertige Produkte angeboten.

Gerade Senioren, die oft einsam und alleine zuhause sitzen, sind beliebte Zielpersonen der Veranstalter. Owsinski appelliert deshalb auch an die Angehörigen älterer Menschen, Senioren verstärkt für diese Gefahr zu sensibilisieren.

Wer sich auf eine Kaffeefahrt einlässt, dem rät die Polizei:

sich unterhalten lassen, Speisen verzehren, Geschenke mitnehmen, aber nie zu einer Bestellung oder einem Kauf verpflichtet fühlen.

Außerdem sollten die Teilnehmer nie etwas unterschreiben, das sie nicht genau verstanden haben. Unterschriften sind nie «reine Formsache», mündliche Absprachen dafür immer unwirksam.

Bei Verträgen auf Kaffeefahrten gilt weiter, auf Datum und Unterschrift achten. Das Widerrufsrecht muss gesondert unterschrieben werden. Fehlt das Datum oder ist es falsche, erschwert das einen Widerruf. Verträge, die auf Kaffeefahrten oder ähnlichen Veranstaltungen geschlossen werden, können binnen zwei Wochen widerrufen werden - am besten per Einschreiben mit Rückschein. Die Frist ist eingehalten, wenn das Absendedatum stimmt.

Vertrag mit lesbaren Angaben

Das deutsche Widerrufsrecht gilt auch für Kaffeefahrten ins Ausland, wenn in Deutschland dafür geworben wurde und Busfahrt, Veranstaltung sowie Verkauf von einem deutschen Unternehmen durchgeführt wurden.

Eine Vertragsdurchschrift fordern, auf der Name und Adresse des Vertragspartners deutlich lesbar sind.

Weitere Infos im Internet unter www.polizei-beratung.de/vorbeugung/betrug/haustuerbetrug

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