Ausgeliehene Kräfte sollen kleben bleiben

Kempten/Kaufbeuren(bb). - Trotz der Insolvenz des Arbeitsvermittlers Maatwerk ist es für Peter Litzka, Leiter der Agentur für Arbeit Kempten, 'zu früh, die Personal Service Agenturen (PSA) als ungeeignetes Instrument zu bezeichnen.' In Kaufbeuren waren 40 Personen durch die Maatwerk-Pleite betroffen (wir berichteten). Im Augenblick sind im Allgäu 110 Menschen bei drei anderen PSAs unter Vertrag. Seit gut acht Monaten gibt es bundesweit das von Regierungs-Berater Peter Hartz entwickelte Modell der PSA. Eine PSA nimmt Arbeitslose als Mitarbeiter unter Vertrag und leiht sie an Firmen aus. Wobei immer das Ziel besteht, dass die zunächst nur für einen bestimmten Zeitraum vermittelten Leute am Ende 'kleben bleiben' (Litzka). Das heißt, die Leiharbeiter werden in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen. Jede Agentur für Arbeit konnte sich im vergangenen Jahr (damals noch 'Arbeitsamt') ihre PSAs selbst suchen. 'Wir haben das von Kempten aus ausgeschrieben', erklärt Litzka. Den Zuschlag bekamen am Ende: 1. Maatwerk als der größte Anbieter auf diesem Sektor und zwar für den Raum Kaufbeuren, 2. die private Agentur Plümer in Kempten für den Lindauer Raum, und 3. das Bayerische Fortbildungszentrum der Arbeitgeber (bfz) für Kempten und Lindau. Hinzu kommt bei der bfz eine weitere PSA speziell für junge Leute in der Region. Insgesamt fielen auf diese Weise rund 150 Personen aus der Arbeitslosenstatistik raus, weil sie nun ja einen Arbeitsvertrag bei einer PSA haben. Die Agentur für Arbeit gewährt der PSA für jeden Angestellten einen Zuschuss zwischen 1100 und 1200 Euro im Monat. Das Geld fließt längstens für ein Dreivierteljahr. Diese Zuwendung verringert sich erstmals nach drei Monaten auf 75 Prozent und noch einmal nach sechs Monaten auf 50 Prozent. Insgesamt ist diese Finanzierung laut Litzka für die Steuerzahler günstiger als einem Betroffenen Arbeitslosengeld plus Sozialversicherung zu zahlen, die sich pro Monat im Schnitt auf 1300 Euro belaufen. Wenn ein PSA-Mitarbeiter tatsächlich 'kleben bleibt', zahlt die Agentur für Arbeit eine zusätzliche Prämie von im Schnitt 1700 Euro an die PSA. 'Das schafft einen zusätzlichen Anreiz, die Leute schnell unterzubringen', sagt Litzka.

Erst richtig Fuß fassen Wie hoch die Vermittlungsquote bei den PSAs ist, kann derzeit noch nicht gesagt werden. Die PSA-Verträge sind befristet auf neun Monate. Und diese Zeit ist seit dem Start der PSAs noch nicht abgelaufen. Außerdem, so Litzka, sei das Geschehen auf dem Arbeitsmarkt 'sehr mühsam'. Und die neuen PSAs müssten als Alternative zu anderen Verleihunternehmen erst richtig Fuß fassen. Nach der Maatwerk-Pleite hatte es Stimmen gegeben, die PSAs zu kippen. 'Damit wäre jedoch eine Möglichkeit zur Integration auf dem Arbeitsmarkt verschüttet', spricht sich Litzka für eine Fortführung dieses Modells aus. So beabsichtigt die Agentur für Arbeit Kempten auch, das durch Maatwerk frei gewordenen Volumen neu auszuschreiben.

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