Auffahrunfälle auf Rodelbahnen am häufigsten

Füssen(mic). - Bei dem Unfall auf der Sommerrodelbahn am Tegelberg bei Füssen (wir berichteten) haben sich die sechs englischen Schüler laut Polizei nicht so schwer verletzt wie zunächst angenommen. Sie trugen Prellungen davon und haben das Krankenhaus mittlerweile wieder verlassen. Ein Kind hatte einen Auffahrunfall ausgelöst. Ein Fremdverschulden schließt die Polizei aus. Wir sprachen mit Helmut Weiß, Leiter des Bereichs 'fliegende Bauten und Freizeitanlagen' beim TÜV Bayern in München, über Sicherheitsvorkehrungen auf Sommerrodelbahnen. Wie häufig überprüft der TÜV Sommerrodelbahnen? Weiß: Zunächst einmal ist die TÜV-Prüfung freiwillig. Nur wenn das zuständige Bauamt eine Abnahme und wiederkehrende Prüfungen vorschreibt, sind sie für den Bahnbetreiber Pflicht. Dann wird meist einmal pro Jahr geprüft. Viele Anlagenbetreiber lassen ihre Bahnen jedoch auch freiwillig vom TÜV begutachten. Dabei sind unsere Prüfungen präventiv.

Wir überlegen schon im Voraus, welche Mängel demnächst auftreten könnten, um Unfälle von vornherein zu verhindern. Welche Sicherheitsvorkehrungen sind einzuhalten? Weiß: Rodel, die wir prüfen, haben eine Fliehkraftbremse. Dadurch können sie nicht schneller als 36 Stundenkilometer fahren. Darüber hinaus dürfen Kinder unter acht Jahren nur in Begleitung Erwachsener fahren. Zum Vordermann muss ein gewisser Sicherheitsabstand eingehalten werden. Meist 25 Meter, bei unübersichtlichen Bahnen, kann das auch mehr sein. Auf einer großen Sicherheitstafel muss dies erklärt werden. Zudem muss stets eine Betriebsaufsicht am Einstieg sein. Über den Zustand von Bahnen, die wir nicht prüfen, kann ich keine Aussage machen. Welche Unfälle passieren auf Sommerrodelbahnen am häufigsten? Weiß: Meist kommt es zu Auffahrunfällen am Fahrbahnende. Um das zu Verhindern, können die Bahnbetreiber kleine Finessen einbauen wie zum Beispiel Flattervorhänge, die abbremsen. Auch kann es bei hoher Geschwindigkeit und einer ungünstigen Gewichtsverlagerung passieren, dass der Rodler aus der Bahn katapultiert wird. Deswegen dürfen rechts und links der Bahn keine Steine sein, sondern nur ebenes Gelände oder Wiese.

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