Anklage: 66-mal Tochter missbraucht

Kempten(sh). - Insgesamt 66-mal soll sich ein 43 Jahre alter Mann an seiner eigenen Tochter vergangen haben. Seit gestern steht er in Kempten vor dem Landgericht. Laut Anklageschrift begann der Missbrauch, als das Mädchen elf Jahre alt war. Zu den Vorwürfen schweigt der Anklagte, der der leibliche Vater des Kindes ist. Deshalb musste die Sitzung gestern vertagt werden. Kommende Woche soll das mutmaßliche Opfer vernommen werden. Auf mehreren Seiten schildert die Staatsanwaltschaft, was sich seit 1998 bis ins Jahr 2000 in dem Allgäuer Einfamilienhaus ereignet haben soll. Als das Mädchen gerade elf Jahre alt war, sei es erstmals zu Übergriffen gekommen. Hauptsächlich abends vor dem Zubettgehen habe sich der gelernte Maurer, der mit seiner Ehefrau auch noch zwei 22 und 19 Jahre alte Söhne hat, an seiner Tochter vergangen. Auch von mehreren Vorfällen in einem Freizeitbad ist die Rede. Ein vorläufiges Ende fand der Missbrauch laut Anklageschrift im Jahr 2000 - Vater und Tochter hatten sich heftig gestritten. Erst zwei Jahre später soll es erneut zu Übergriffen gekommen sein. August 2003: Kurz vor seinem 16. Geburtstag bekommt das Mädchen anonyme Anrufe. Der Anrufer droht unter anderem, die Jugendliche zu töten. Sie geht daraufhin zur Polizei. Und die Polizei kommt innerhalb kurzer Zeit zu der Überzeugung: Der Vater droht seiner Tochter mit verstellter Stimme am Telefon. Nach und nach kommen dann auch die Missbrauchsfälle ans Licht, so die Staatsanwaltschaft.

Bei Polizei gestanden Noch im August hatte der Angeklagte die Taten bei der Polizei gestanden. Gestern nun verweigerte er überraschend die Aussage. Er war lediglich bereit, über sich und seinen Werdegang zu sprechen. 'Es ist natürlich Ihr gutes Recht zu schweigen - aber Ihnen muss klar sein, dass wir im Fall eines Geständnisses über eine ganz andere Höhe der Strafe reden', wandte sich der Vorsitzende Richter da an den 43 Jahre alten Angeklagten. Doch der blieb dabei: Nur Angaben zur Person, keine zum Fall. Das Gericht beraumte daraufhin einen neuen Verhandlungstermin an. Dann sollen die Tochter und die Ehefrau des Angeklagten gehört werden. Der Prozess wird am kommenden Montag fortgesetzt.

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