Allgäu
Anbieter: Kosten für Elektrizität aus Wind, Wasser und Solar treiben Strompreis hoch

In vielen Haushalten trudelt derzeit unangenehme Post ein: Ab dem 1. Januar erhöhen zahlreiche große aber auch regionale Stromversorger ihre Preise. Bei den Lechwerken (LEW) trifft es insgesamt 250000 Kunden. «Im Schnitt müssen die Kunden zwei bestimmter Produkte mit einer Erhöhung von durchschnittlich vier Prozent rechnen», erklärt Pressesprecher Richard Agerer. Für einen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden (kWh) entspreche dies 32 Euro.

Der Grund für die Erhöhung des Strompreises ist laut Agerer allein die Erneuerbare-Energien-Gesetz-Umlage (EEG-Umlage). Ein Mammutwort, das bedeutet: Jeder Verbraucher zahlt die Kosten für staatliche Förderung und die Einspeisung erneuerbarer Energien über einen Aufschlag auf den Strompreis mit. Ab dem 1. Januar steigt diese Abgabe bei allen Versorgern in ganz Deutschland um 85 Prozent. Das heißt, dass jeder Kunde etwa zwei Cent pro kWh mehr bezahlen muss. «Diese drastischen Mehrkosten könnten wir Versorger nicht alleine tragen», begründet Agerer die Preiserhöhung. Der reine Energiepreis steige bei den LEW aber nicht.

Verbraucher fragen sich derzeit jedoch, warum der reine Energiepreis nicht sogar sinkt. An der Strombörse in Leipzig fallen die Preise, doch ihre Tarife steigen. «Wir und viele andere Versorger beschaffen unseren Strom zwei bis drei Jahre im Voraus, um Preisschwankungen zu vermeiden. Somit sind Preisentwicklungen auch erst mit Verzögerungen zu spüren», erklärt Jürgen Siegert, Geschäftsführer der Vereinigten Wertachtal-Elektrizitätswerke (VWEW). Das bedeute, dass der Preis von heute bereits 2007 kalkuliert wurde.

Auch seine Kunden der VWEW müssen sich ab 2010 auf eine Strompreiserhöhung einstellen. Ein Durchschnittskunde, der jährlich 3500 kWh im Standardtarif verbraucht, hat 2009 noch 756,82 Euro gezahlt. 2010 werden es 843,86 Euro sein. «Eine Erhöhung von 87,04 Euro, von denen jedoch allein 85,38 Euro auf die erhöhte EEG-Umlage zurückzuführen sind», sagt Siegert.

Das Allgäuer Überlandwerk (AÜW) und die Stadtwerke Lindau lassen dagegen ganz andere Töne verlauten. Trotz der erhöhten EEG-Umlage garantieren die Stadtwerke Lindau ihren Kunden sogar eine Strompreissenkung um 0,2 Cent pro kWh. Als Grund, warum gerade sie das in diesen Zeiten können, nennen sie ihre «durchdachte Strombeschaffungsstrategie».

Jürgen Hermann, Prokurist des AÜW verspricht, dass die Preise bei den Allgäuer Überlandwerken auch ab Januar stabil bleiben sollen. «Wie es weiter geht und wie lange wir das durchhalten, kann ich aber auch nicht sagen», bleibt er realistisch.

Schmankerl: 100 Energie-Euros

Die VWEW haben sich zur Entschädigung ihrer Kunden etwas Besonderes ausgedacht. «Ab Dezember gibt es ein Bonusheft für alle, die mindestens einen einjährigen Vertrag haben. Darin sind 100 Energie-Euros, die man bei Partnerbetrieben ab einem gewissen Einkaufswert einlösen kann, beispielsweise beim Bäcker, im Kino, oder auch im Freibad», erzählt Siegert. Vielleicht ein kleiner Trost.

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