Älpler fordern Teer statt Kies

Kalzhofen/Oberstaufen(wu). - 'Teer statt Kies' für die Zufahrten zu ihren Alpen fordern die Allgäuer Älpler schon lange. Doch wenn 2006 EU-Fördermittel für die ländliche Entwicklung wegfallen sollten, dann drohen Mittelkürzungen beim Alpwegebau. Dies wurde beim ersten Alpwanderkurs des Alpwirtschaftlichen Vereins Allgäu (AVA) in diesem Jahr in Kalzhofen bei Oberstaufen bekannt. Über 270 Älpler, aber auch Behördenvertreter und Politiker informierten sich dabei rund um den Hompessenalpweg und die Königsalpe über die dortigen Alpen. Laut Peter Danks, Geschäftsführer des AVA, werden Neubau oder Sanierung der Alpwege zu 70 Prozent vom Land Bayern und zu 30 Prozent von den Anliegern finanziert. Der Freistaat investiere jährlich 750000 Euro in den Alpwegebau allein in Schwaben. Diese Mittel könnten laut Ferdinand Bisle von der Direktion für ländliche Entwicklung in München ab 2006 deutlich weniger werden, wenn möglicherweise EU-Fördergelder für die ländliche Entwicklung wegfallen. Dann müssten die staatlichen Gelder für den Alpwegebau teilweise in die ländliche Entwicklung gesteckt werden. 'Unsere Alpen bleiben nur in einem guten Zustand, wenn sie auch gut erreichbar sind', betont Danks. Zu 134 von 687 Alpen im Allgäu führt keine Straße. Das wird wohl auch so bleiben, meint Danks.

Denn für Neubauprojekte fehle schon jetzt das Geld. Derzeit laufen 26 Anträge, bei denen es um die Sanierung von bestehenden Alpwegen geht. Drei Viertel der Wege erhalten laut Danks eine Spritzteerdecke, der Rest wird neu geteert. 'Eine Spritzteerdecke ist ein fauler Kompromiss', sagt Danks. Er macht keinen Hehl daraus, dass die Älpler lieber alle Straßen teeren würden. Spritzteerdecken, Schotter- oder Kieswege halten ihrer Ansicht nach nicht so lange wie eine Teerdecke. Zudem sei gerade bei Unwettern eine geteerte Straße widerstandsfähiger, wie Älpler Konrad Spieler (Tröblers Alpe) aus eigener Erfahrung berichtete. Kurz unterhalb seiner Alpe kam vor ein paar Jahren ein Hang ins Rutschen. Endstation für die Erdmassen war die Teerstraße, die von Kalzhofen zur Tröblers Alpe führt: 'Eine Kiesstraße hätte es mitgerissen.' Dass eine Teerstraße im Vergleich zur Kiesstraße eine längere Lebenserwartung hat, bestätigt auch Bisle. Doch Kiesstraße oder Spritzteerung seien eben die billigeren Varianten. Die Kommunen haben jedenfalls kein Geld, um Neubau, Sanierung oder Instandhaltung der Wege zu finanzieren. 'Wir haben kein Interesse, die Wege zu übernehmen', sagte Anton Wolf, Bürgermeister von Stiefenhofen.

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