52- Jähriger machte von Kindern Porno-Fotos

Kempten/Kaufbeuren-Neugablonz (mun). - In einer Neugablonzer Siedlung war es wohl bekannt: Die Kinder gingen dort gerne in die Wohnung eines heute 52-Jährigen. Dort durften sie grenzenlos Fernsehen oder Videos schauen, es gab Süßes, wie gestern eine Kripo-Beamtin vor Gericht schilderte. Doch nicht nur das: Der einschlägig vorbestrafte, zuletzt arbeitslose Ingenieur missbrauchte die Kinder und machte von ihnen pornografische Fotos. Gestern verurteilte die Jugendschutzkammer des Kemptener Landgerichts ihn zu einer Haftstrafe von vier Jahren und drei Monaten. Der 52-jährige Angeklagte legte ein umfangreiches Geständnis ab. Zuvor hatte ihn der Vorsitzende Richter belehrt, dass eine Aussage vor der Kammer in erheblichem Maße strafmildernd bewertet werden würde. Bei dem einschlägig vorbestraften Angeklagten ging es freilich nicht nur um das Strafmaß, sondern letztlich auch um die Frage, ob er möglicherweise in Sicherungsverwahrung genommen werden müsste.

Geständnis abgelegt Der Angeklagte räumte die ihm von der Staatsanwaltschaft zur Last gelegten Übergriffe auf die Kinder voll ein. Dabei wurde es ihm aber offensichtlich auch recht leicht gemacht. 'Viele der geschädigten Kinder waren oft allein und bei ihm fanden sie eine Anlaufstelle', schilderte die ermittelnde Kripo-Beamtin. Insgesamt zehn Kinder besuchten den Mann immer wieder in seiner Wohnung. Bis auf einen neunjährigen Buben waren es alles Mädchen im Alter zwischen drei und elf Jahren zur Tatzeit. Bei diesen Besuchen kam es in der Wohnung des Angeklagten zum sexuellen Missbrauch der Kinder, wobei der Mann allein von einem damals zehnjährigen Mädchen 150 pornografische Bilder anfertigte. Vor der Sicherungsverwahrung blieb der Angeklagte verschont. Denn die Kammer konnte letztlich nicht mit hinreichender Sicherheit davon ausgehen, dass der Angeklagte geradezu zwanghaft zu solchen Straftaten neigt.

Staatsanwalt fordert Verwahrung Die Staatsanwaltschaft hatte demgegenüber eine Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren und Sicherungsverwahrung gefordert. Der Verteidiger hatte um ein mildes Urteil gebeten. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. Während der Angeklagte auf Rechtsmittel verzichtete, gab der Staatsanwalt noch keine Erklärung ab. Am heutigen Freitag muss sich das Kemptener Landgericht mit der dritten Sexual-Straftat in dieser Woche beschäftigen. Ein 20-Jähriger sitzt auf der Anklagebank, der seine frühere Freundin im vergangenen Sommer vergewaltigt haben soll. Unter anderem wird es darum gehen, ob in dem Fall Jugendrecht zur Anwendung kommt.

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