Kempten
Hellseherin zieht Kunden Geld aus der Tasche

Immer wieder werden Personen, die sich in psychischen, beruflichen, persönlichen oder familiären Ausnahmesituationen befinden, Opfer von Hellseherinnen. Der letzte Fall ereignete sich in Kempten. Ein 38-jähriger Mechaniker, der sich in einer finanziellen Notlage befand und um seinen Arbeitsplatz fürchtete, entdeckte ein Zeitungsinserat, worin eine Hellseherin sich anbot, kostenlos in die Zukunft zu blicken. Sie bezeichnete sich als Meisterin der Geld- und Geschäftsmagie.

Der Mann nahm telefonisch Kontakt mit der Hellseherin aus Rastatt auf, die ein persönliches Treffen immer ablehnte. Das erste Gespräch war noch kostenlos. Die nächsten 'Beratungsgespräche' kosteten dann jeweils 1.500 Euro. Diese waren notwendig geworden, da sich die angekündigten Erfolge nicht einstellen wollten, um konkrete Tipps zu bekommen.

Dabei handelte es sich allerdings um allgemeine Hinweise auf mögliche Lottogewinne und beruflichen Erfolg. Für die 'Beratungsgespräche' gab der Mann insgesamt über 30.000 Euro aus, die er teilweise als Kredit bei der Bank aufnehmen musste. Die Lottogewinne blieben – wie zu erwarten war – trotzdem aus.

Als einzigen Pluspunkt kann der Mann verbuchen, dass er bisher seine Arbeitsstelle nicht verloren hat. Mitte 2009 war eine 45-jährige Frau aus dem Oberallgäu, die sich in einer schwierigen Phase befand, nach Sachlage ebenfalls auf die gleiche Dame hereingefallen und hatte für sinnlose Tipps über 9.000 Euro bezahlt.

Die Staatsanwaltschaft Kempten hat zwischenzeitlich ein Betrugsverfahren eingeleitet. Die Hellseherin hatte im letzten Jahr in hiesigen Zeitungen insgesamt 22 Inserate aufgegeben.

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