Sonthofen
«Zwiespältige Bilanz» für Sonthofen

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Als «zwiespältig» bezeichnete Bürgermeister Hubert Buhl die Bilanz für 2009 beim gemeinsamen Neujahrsempfang von Stadt und Bundeswehr in der Jägerkaserne unter Mitwirkung der Stadtkapelle. Führende Sonthofer Offiziere forderten Klarheit über das Bundeswehr-Mandat in Afghanistan.

Die Krise habe auch Sonthofen getroffen, erklärte Buhl: Arbeitsplätze seien verloren gegangen, Betriebe mussten Kurzarbeit anmelden. Andererseits habe die Stadt aber auch vom Konjunkturpaket profitiert: Viele Projekte wie die Sanierung der B308 oder des Kinderhauses Nord konnten realisiert werden.

Für das Jahr 2010 baue er auf das Engagement der Bürger, betonte Buhl. Er sei froh, dass es Bürger gebe, die «mehr tun als notwendig». Der «partizipative Bürgersinn» trage entscheidend dazu bei, dass es sich in Sonthofen gut leben lasse. Er sowie der Stadtrat wüssten es aber auch zu schätzen, dass sich die Unternehmen in vielfältiger Weise für Stadt und Region einsetzten. Die mittelständischen Unternehmen «denken nicht in Quartalen, sondern in Generationen», lobte Buhl.

Oberst Peter Hentrich als stellvertretender Standortältester erhofft sich im neuen Jahr die Fortsetzung der guten Zusammenarbeit mit der Stadt. Er vertrat den Standortältesten Oberst Wolfgang Klos, der sich derzeit in Afghanistan im Einsatz ist. Buhl zeigte sich tief beeindruckt von einem Brief, den ihm Klos vor Weihnachten geschrieben hatte. Darin beschreibt der Oberst recht anschaulich die «archaischen Verhältnisse» im Land, die einen zurückversetzten in die Zeit von Christi Geburt. Der Offizier spricht aber auch von den «offenen und verdeckten militanten Feindseligkeiten».

Klos wie auch Hentrich zeigten sich besorgt über die öffentliche Diskussion nach dem Angriff auf die beiden Tanklastzüge. Für eine parteipolitische Auseinandersetzung sei das Thema zu ernst, so Klos in dem Schreiben. Die Soldaten bräuchten Klarheit über ihr Mandat. Auch Hentrich stellte die Frage, ob die deutsche Politik eigentlich hinter dem Einsatz stehe. Er hoffe, dass die Soldaten aus Sonthofen heil und gesund von ihren Einsätzen in Afghanistan, aber auch im Sudan oder im Kosovo zurückkehren.

Ob die von der Koalitionsregierung geplante Überprüfung der Bundeswehrstruktur auch Auswirkungen auf den Standort Sonthofen haben werde, könne er nicht sagen. Er glaube aber, dass die ABC- und Selbstschutzschule auch künftig eine wichtige Rolle bei der Ausbildung für militärische Aufgabenbereiche spielen werde.

«Solange diese Schule in Sonthofen bleibt, wird auch Sonthofen ein Bundeswehrstandort bleiben.»

Heimweh nach dem Allgäu

Mit Genugtuung vernahmen die Gäste des Empfangs, dass die Angehörigen der Schule für Feldjäger und Stabsdienst nach ihrem Umzug nach Hannover «Heimweh» haben. Oberst Peter Hentrich berichtete von einem Telefonat mit Oberst Katz, wonach «man das Allgäu mit seinen Menschen und der wunderschönen Bergwelt» vermisse.

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