Durach / Denpasar
Zweite Heimat gefunden

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26 Jahre jung ist Thomas Haibel aus Durach. Doch einen Gutteil seines Erwachsenenlebens verbrachte er nicht in seiner Heimat, sondern im Ausland. Im indonesischen Denpasar arbeitet er nicht nur. Er engagiert sich auch ehrenamtlich als Projektleiter des Vereins «Education for Indonesia» für Kinder in Waisenhäusern.

Schon mit 18 nahm Thomas die Gelegenheit wahr, einen Monat im Rahmen eines Sportaustauschs in Japan zu verbringen. Nach dem Abitur ging es dann erst einmal sieben Monate nach Australien. In Augsburg studierte er Betriebswirtschaftslehre und verbrachte Praktika und Auslandssemester in Südostasien. Das Diplom in der Tasche bekam er ab April ein Stipendium für das Heinz-Nixodorf-Programm für Asien-Pazifikerfahrung deutscher Nachwuchsführungskräfte, drei Monate lebte er in einer Gastfamilie in Jakarta, seit Ende Juli arbeitet er als Assistent an der Wirtschaftsfakultät in Denpasar. Dort gibt er Vorlesungen und erstellt einen Marketingplan - alles komplett auf Indonesisch. «Wesentlich ineffizienter, aber auch viel menschlicher» findet Thomas Haibel den indonesischen Arbeitsalltag im Vergleich zum deutschen.

Bis Februar bleibt er noch in Denpasar und freut sich darüber, «mit welch einfachen Mitteln man hier dennoch gute Arbeit verrichten» kann. Längst ist es so weit, dass Indonesien für den 26-Jährigen nicht mehr Ausland ist. Vielmehr hat er den Punkt erreicht, dass er «eine zweite Heimat bekommen» hat.

Dabei schaut Thomas Haibel nicht weg, wenn er auf die Probleme Südostasiens stößt. Vor allem in Jakarta, wo man aus den Edelboutiquen der Shoppingkomplexe auf die Slums schauen kann, seien die Gegensätze «extrem krass, superreich lebt neben superarm». Für den Duracher war das Grund genug, sich auch ehrenamtlich zu engagieren.

Er schloss sich einem vor zwei Jahren von deutschen Studenten gegründeten Hilfsverein an, rekrutierte 25 weitere Studenten aus einem internationalen Studienprogramm und startete neue Projekte.

Mit Spendengeldern, unter anderem bei Wohltätigkeitsveranstaltungen und deutschen Firmen gesammelt, wurde vor kurzem ein Kinderheim in Ost-Java tatkräftig unterstützt: Die Kinder hatten keine Schuhe, die sie für einen Schulbesuch brauchen, sie schliefen auf dem nackten Steinboden und die Lebensmittel standen in der heißen Küche herum. Matratzen, Schuhe in allen Größen und ein Kühlschrank, aber auch jede Menge Bücher und Schulsachen waren dort hoch willkommen. Eine ähnliche Aktion wird derzeit für ein Kinderheim für Straßenkinder und Kinder aus ganz armen Familien auf Bali vorbereitet.

Für Probleme sensibilisieren

Thomas Haibel ist es ein ernstes Anliegen, dass die Hilfe für Kinder weiterläuft: «Es ist wichtig, dass die Studenten auch die armen und problematischen Seiten von Indonesien kennenlernen und somit für die Probleme in Schwellenländern und die Kultur hier sensibilisiert werden.» Deshalb leitet er es jetzt in die Wege, dass das Projekt an neue Studenten übergeben wird.

Weihnachten will Thomas mit Zipfelmütze und einem kühlen Getränk am Strand verbringen, vielleicht mit der Gitarre ein paar Weihnachtslieder anstimmen. Heimweh hat er «eigentlich gar nicht», die Triathlon-Weltmeisterschaft in Immenstadt im nächsten Sommer will er aber auf gar keinen Fall verpassen. Dem passionierten Thriathleten fehlt der Outdoorsport. Wies danach weitergeht, steht in den Sternen: «Vielleicht in Asien arbeiten, auf jeden Fall aber mit Bezug zu Asien.»

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