Lindenberg / Westallgäu
Zwei Schulverbünde für den Landkreis Lindau

Die Topografie im Landkreis Lindau gibt für die Einführung der Mittelschule die Lösung deutlich vor. Zwei Schulverbünde wird es geben, die jeweils gemeinsam das gegenüber der herkömmlichen Hauptschule erweiterte Angebot bereithalten sollen: die beiden Lindauer Hauptschulen Aeschach und Reutin im unteren Landkreis, die Hauptschulen Lindenberg und Weiler im Westallgäu. An diesem von Schulamtsdirektor Thomas Novy vorgestellten Konzept hatte denn auch niemand von den rund 120 Anwesenden etwas auszusetzen beim als «Dialogforum» bezeichneten Austausch über die neue Mittelschule. Das Gespräch kreiste stattdessen um die Sorge, ob und wie die Hauptschulen erhalten werden können. Dabei wurde sowohl Kritik an einzelnen Punkten des Schulsystems laut - als auch viel Lob für die Arbeit, die die Hauptschulen leisten.

Zwei Phänomene bedrohen die Zukunft der Hauptschulen - vor allem im ländlichen Raum: die demographische Entwicklung und damit die allgemein sinkende Schülerzahl einerseits, und zudem die Entwicklung, dass immer mehr Eltern für ihre Kinder nach der Grundschule den Übertritt auf Realschule und Gymnasium wünschen. Die Herausforderung bestehe in dieser Situation darin, trotzdem Kindern und Jugendlichen möglichst wohnortnah die Hauptschule anzubieten und sie dabei inhaltlich weiterzuentwickeln, erklärte Regierungspräsident Karl Michael Scheufele: «Es geht darum, die Hauptschüler individuell so zu fördern, dass sie auf die immer anspruchsvolleren Ausbildungen gut vorbereitet sind.»

Qualitative Verbesserung

Dass das Mittelschul-Modell grundsätzlich eine qualitative Verbesserung der Hauptschule ist, wurde beim Dialogforum nicht bezweifelt. Berufsorientierung in den Zweigen, Technik, Wirtschaft und Soziales das Angebot des mittleren Berufsabschlusses, zusätzliche Förderung ab der 5. Klasse in Verbindung mit Ganztagesangebot und dem Einsatz von Förderlehrern und Schulsozialarbeitern sollen für alle Jugendlichen die Möglichkeit eröffnen, von der Hauptschule weg fast jede berufliche Karriere einzuschlagen - bis hin zur akademischen. «40 Prozent der Studienanfänger kommen nicht vom Gymnasium», sagte Gabirele Holzner von der Regierung von Schwaben, um die variablen Bildungswege in Bayern zu belegen.

Eltern brauchen Sicherheit

Auch Praktiker teilen die Einschätzung der Regierung, dass Schulverbünde der richtige Weg sind. Thomas Hummler, Schulleiter der Hauptschule Lindau-Aeschach sagte: «Wir haben genau so gute Schulen wie Baden-Württemberg. In Lindau gibt es trotzdem keine andere Möglichkeit als die Verbundschulen. Denn Eltern werden ihre Kinder doch nicht zu uns schicken, wenn sie nicht sicher sind, ob es diese Schule nach der 8. Klasse überhaupt noch gibt.»

Auch sein Kollege aus Weiler Karl-Heinz Giegerich äußerte die Meinung, dass am Verbund kein Weg vorbei führe. Dennoch äußerte er Kritik: «Mir fehlt bei diesem Konzept der Mut.

Andere Lösungen hätten mehr gebracht», sagte er in Anspielung auf M5, also ein Schulkonzept, bei dem Kinder ab der fünften Klasse auf der Hauptschule den Weg zur Mittleren Reife beschreiten.

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