Zwei Konkurrenten packens gemeinsam

Kempten (pa). - Wer immer an das Prinz-Franz-Gelände als Standort für einen Möbelmarkt gedacht hatte, kann das jetzt endgültig vergessen. Denn die vorgesehene Wohnbebauung auf dem knapp 17000 Quadratmeter großen Areal soll nun durch einen Rahmenplan weiter konkretisiert, ab 2005 soll dann gebaut werden. Gemeinsam in die Hand nehmen wollen das zwei alte Konkurrenten: Sozialbau und die BSG Allgäu. Der Bauausschuss hat dem jetzt einhellig zugestimmt. Dass die Stadt nun aufs Tempo drückt, hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass ihr der Termin 31. Juli 2009 im Nacken sitzt. Bis dahin nämlich muss laut Kaufvertrag mit dem Bund das Gelände bebaut sein. Anderfalls wäre eine Neubewertung und eine (vermutlich saftige) Nachzahlung fällig. Nachdem man den Bebauungsplan zunächst 'bewusst sehr offen gehalten hatte', so Baureferentin Monika Beltinger, sei jetzt eine 'weitere Differenzierung notwendig'. Dafür soll ein alternatives Planverfahren in zwei Stufen sorgen. Zunächst sollen 20 bis 25 Architekten Ideenskizzen abliefern, dann sollen etwa fünf Teilnehmer sich Gedanken über einen detaillierteren Rahmenplan machen. Dieses Verfahren, das noch heuer abgeschlossen werden soll, wird etwa 70000 Euro kosten. Wovon die klamme Stadt aber keinen Cent berappen muss. Denn dafür kommt eine neue Gesellschaft bürgerlichen Rechts (Gb R) auf, die BSG und Sozialbau gemeinsam gründen wollen. Als Gegenleistung erhält die Gb R die Option, sich die Flächen ihrer Wahl auszusuchen. Im Vorgriff haben nämlich Sozialbau und BSG der Stadt bereits ein konkretes Kaufangebot gemacht, über das am Montag der Liegenschaftsausschuss entscheidet. Sie wollen etwa die Hälfte des Geländes erwerben, darauf soll die Gb R Stadthäuser und Wohnungen mit insgesamt etwa 70 Einheiten bauen und dann verkaufen. Die übrigen Flächen will die Stadt auf dem freien Markt veräußern. Wobei, so Beltinger, nicht nur Bauträger zum Zug kommen sollen, sondern auch Bauherrengemeinschaften. Dabei werden, nach dem sogenannten 'Freiburger Modell', Mehrfamilienhäuser von mehreren Interessenten gemeinsam gebaut. Die Stadt wolle auch Vorgaben für energieoptimiertes Bauen machen, für ein entsprechendes Förderprogramm fehle ihr allerdings das Geld.

Möbelmarkt kein Thema mehr Kritische Stimmen zu dieser Vorgehensweise gab es im Bauausschuss nicht. Und auch niemand, der sich noch für die Möbelmarkt-Überlegungen stark gemacht hätte. Neubert an der Stelle, strich OB Dr. Ulrich Netzer noch einmal heraus, 'würden wir ganz klar als den falschen Weg betrachten'. Vielmehr mache auch 'attraktives Wohnen in der Stadt ein vielfältiges Leben in der Stadt aus'. Und das Prinz-Franz-Gelände sei nun mal von der Fläche her 'die letzte große Chance, um 500 Menschen oder mehr Wohnen in der Innenstadt anbieten zu können.'

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