Zusammenschluss statt Verkauf

Kaufbeuren(az). - Nach Anischt der Kaufbeurer Patienteninitiative wird das Thema der Klinikums-Privatisierung in der Öffentlichkeit nicht ausreichend diskutiert. Die Gruppierung fordert deshalb eine breite Diskussion auch über andere Optionen. Statt eines Verkaufes könne auch ein kommunaler Verbund der Allgäuer Krankenhäuser angestrebt werden, so Sprecherin Ruth Weismann. 'Wir haben uns mit einem renommierten Krankenhausexperten, Professor Neubauer vom Institut für Gesundheitsökonomik an der Universität der Bundeswehr in München, in Verbindung gesetzt', so Weismann. Außerdem habe die Initiative Kontakt zur Bayerischen Krankenhausgesellschaft aufgenommen. 'Experten aus beiden Häusern sind der Meinung, dass eine Entscheidung darüber, ob eine Privatisierung unabdingbar ist, nur getroffen werden kann, wenn ein unabhängiger Gutachter, der Zugang zu allen Daten bekommt, die Situation untersucht', so Weismann weiter. Dies sei nach Wissen der Patienteninitiative bisher nicht erfolgt.

Beteiligung der Bevölkerung Ein derart großes Projekt setzte in einer Demokratie voraus, dass die Bevölkerung, die Patienten und die Beschäftigten gut in den Entscheidungsprozess eingebunden werden. Dies sei nicht der Fall. Im öffentlichen Teil der Stadtratssitzung vom 29. Juni (wir berichteten) sei erstmals in diesem Jahr über die Zukunft des Klinikums diskutiert worden. 'Wir haben nur eine einzige neue Information gehört: Die Entscheidung für die Privatisierung ist gefallen', erläutert Weismann. Sie sieht ein großes Informationsdefizit: Die Gründe für die wirtschaftlich schlechte Situation des Klinikums im Vergleich zu anderen Krankenhäusern im Allgäu sei nicht ausreichend erklärt worden. Alle Optionen für die Zukunft müssten durchdacht werden: Neben einer Privatisierung auch eine Umstrukturierung des Krankenhauses ohne rechtliche Einschnitte, ein Managementvertrag bei weiterer kommunaler Trägerschaft, ein Zusammenschluss aller Krankenhäuser im Ostallgäu oder gar im Allgäu. 'Des weiteren wollen wir wissen, wie das Konzept und die Arbeitsweise der in Frage kommenden Investoren aussieht. Wir wollen sie kennenlernen, wir wollen sie herbitten für eine öffentliche Diskussion', betont Weismann weiter.

Mut zur Vision gefordert Die Patienteninitiative sei sich darüber im Klaren, dass sich durch die Gesundheitsreform die Krankenhauslandschaft in ganz Deutschland in den nächsten Jahren grundlegend wandeln werde. 'Gerade deshalb erwarten wir von den Verantwortlichen den politischen Mut, eine zukunftsfähige Vision für alle Allgäuer Krankenhäuser zu entwickeln. Ein Zusammenschluss in der ganzen Region könnte allen Krankenhäusern das Überleben sichern', so die Initiative. Hingegen würden einzelne privatisierte Krankenhäuser in diesem Raum in Konkurrenz zueinander und in Konkurrenz zu den verbliebenen kommunalen Häusern stehen. Die Patienteninitiative fordere die Verantwortlichen also auf, öffentlich darzustellen, weshalb ein Allgäuverbund für die Krankenhäuser des Ostallgäus und darüber hinaus des ganzen Allgäus angestrebt, für das Klinikum Kaufbeuren-Ostallgäu aber offensichtlich nicht erwogen wird. i Die Patienteninitiative bittet alle Interessierten zu einer Gesprächsrunde am 6. Juli um 19.30 Uhr in den 'Schwabenhof', Mauerstettener Str. 2.

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