Zurück im Alltag

Von Martin Frei An Tief- und Höhepunkten mangelte es dem Buchloer Krankenhaus in seiner jüngsten Geschichte nicht. Nach der beeindruckenden Loslösung des Hospitals vom Deutschen Orden und der Übernahme durch den Landkreis gab es diese Woche wieder Grund zum Feiern. Dank einer großzügigen Spende der Familie Moksel erhielt St. Josef einen Computer-Tomographen. Damit hat das kleine Buchloer Haus bei den diagnostischen Möglichkeiten zu den Kliniken in der Umgebung aufgeschlossen. Doch trotz dieses ohne Zweifel freudigen Ereignisses ist nach dem euphorisch geführten Loslösungskampf spätestens jetzt im Krankenhaus St. Josef wieder der Alltag, bei einigen vielleicht auch Ernüchterung, eingekehrt. Und Alltag bedeutet in diesen Zeiten - nicht nur für die Krankenhäuser im Ostallgäu: sparen, Kosten senken, die Existenz sichern.

Das ist angesichts der immensen Defizite, die der Landkreis insgesamt für seine Hospitäler tragen muss, nicht das Steckenpferd irgendwelcher Manager, sondern eine schlichte Notwendigkeit. Das Gennachstädter Hospital ist dem Ziel Existenzsicherung mit dem neuen Gerät sicher einen wichtigen Schritt näher gekommen. Auch die Erweiterung des medizinischen Spektrums durch die Einstellung des neuen chirurgischen Chefarztes Dr. Stefan Härtel, die zunehmende Besetzung von medizinischen Nischen und viele weitere große und kleine Veränderungen der jüngsten Zeit sind in diesem Zusammenhang zu sehen - und zu begrüßen. Doch zusätzlich werden schmerzhafte Einschnitte wahrscheinlich nicht zu vermeiden sein. Inzwischen wurde zum Beispiel angedeutet, dass die vielfach ausgezeichnete und hoch geschätzte Krankenpflegeschule auf den Prüfstand kommen könnte. Wenn Einschnitte schon unvermeidbar sind, dann ist es wichtig, diese mit Augenmaß, im Gespräch mit allen Betroffenen und auch mit Rücksicht auf die lokalen Gegebenheiten zu verwirklichen. Doch der Einsatz und der starke Wille, den die Buchloer Krankenhaus-Mannschaft zusammen mit den Bürgern während der Deutschen-Ordens-Affäre gezeigt hat, lässt hoffen, dass der Alltag in St. Josef auch künftig und auf viele Jahre hinaus immer wieder mal von einem Feiertag unterbrochen wird.

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