Zur Meisterschaft im Tischtennis geradelt

Seit 50 Jahren spielt Hans Braun aus Weiler im Westallgäu aktiv Weiler im Allgäu (irv). Die Fahrgelegenheiten waren rar: 'Zur Bezirksmeisterschaft sind wir vor über 30 Jahren mit dem Fahrrad von Lindenberg nach Isny gefahren', erinnert sich der Weilemer Hans Braun schmunzelnd. Der 68-Jährige steht seit 50 Jahren an der Tischtennisplatte - erst in Lindenberg und nun seit 27 Jahren in Weiler. Dort spielt Braun in der 3. Mannschaft und ist der älteste Aktive. Einmal pro Woche trainiert der Defensivspieler im Verein.

Schnell nach seinem Zuzug von Meckenbeuren nach Lindenberg 1951 habe er Anschluss zur katholischen Jugendgruppe gefunden. 'Mit denen bin ich auch öfter mit zum Tischtennisspielen gegangen', erinnert sich der 68-Jährige. Ebenso schnell war Braun vor 50 Jahren in die Mannschaft aufgenommen. Von Beginn an spielte er im 2. Team, das sich damals in der Bezirksklasse behauptete. 'Ich war da nicht ganz ungeschickt', begründet er seine rasche Zugehörigkeit. Zu dieser Zeit sei Lindenberg 'sowas wie eine Tischtennis-Hochburg' gewesen. Die 1. Mannschaft, zu der Braun bereits zwei Jahre später gehörte, war in der Landesliga erfolgreich und stieg mit ihm gleich in die Oberliga auf.'Damit hat sich einiges geändert', blickt Braun zurück. Selbst unterstützte er das Team als Ersatzmann, 'weil viele neue Spieler geworben wurden'. Die habe man Mitte der 50er Jahre nicht - wie heute üblich - mit Geld, sondern mit einem Arbeitsplatz gelockt. Firmenchefs, die dem Verein angehörten, hätten sich dafür eingesetzt. 'So haben wir auch zwei Wiener bekommen. Einer lebt heute immer noch in Lindenberg.' Besonders gern erinnert sich Braun an die internationalen Turniere von damals zurück: 'Wir haben gegen Zürich, Wien oder München gespielt. Dort haben wir auch den Kontakt zu den späteren Teamkollegen bekommen.'Dem Sport nie untreu geworden Zur SVW-Bezirksliga-Mannschaft verschlug es Braun 1976 'wegen der Kameradschaft'. Seitdem hat er schon in allen Mannschaften gespielt. Niemals, so sagt er, habe er einen Gedanken daran verschwendet, dieser Sportart untreu zu werden. 'Seit 30 Jahren spiele ich auch Tennis. Aber Tischtennis ist mir trotzdem lieber', sagt der Weilemer. Was ihm dabei besonders gefällt? Nach kurzer Pause sagt er: 'Es ist der Kampf Mann gegen Mann und die Spannung, die das Spiel erzeugt.' Mit dem Tischtennis vor 50 Jahren sei das heutige freilich nicht vergleichbar. Braun: 'Der Sport ist schneller geworden durch die neuen Beläge der Schläger. Früher waren das nur Gumminoppen.' Auch die Technik habe sich dadurch verändert. Und zu einer Meisterschaft fahren die Spieler auch nicht mehr mit dem Fahrrad in einen anderen Ort.

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