Zum Fest bis aus Berlin angereist

Memmingen, (evb). - Zu den Klängen der Tanzband 'Push up' wirbelt Harald Bork seine Freundin Eva Spielmann über den Theaterplatz. 'Manche können halt nicht so wie andere', erklärt Bork, 'aber die Hauptsache ist doch, dass wir Spaß haben. Und jetzt gehen wir einen Kaffee trinken, damit uns nicht kalt wird.' Dann laufen die Beiden durch den Nieselregen zum Kaffeestand. Etwa 1000 Menschen, so schätzt Dieter Betke, Vorsitzender der Behinderten-Kontaktgruppe Memmingen, sind trotz regnerischen Wetters zum 17. Straßenfest auf den Theaterplatz gekommen. Sogar bis aus Berlin sind Gäste angereist, wie der Vorsitzende des 'Bundesverbandes Selbsthilfe Körperbehinderte', Peter Gramatzky. Außerdem sind Behindertengruppen aus Lindau, Eisleben, Isny und Augsburg mit von der Partie. Unter dem Motto 'miteinander feiern - miteinander reden' verbringen sie gemeinsam mit Nichtbehinderten den Tag, lautstark unterstützt von der Chorgemeinschaft Amendingen, den Schlossbergschalmeien Niederrieden und der Jagdhornbläsergruppe Memmingen. 'Das Fest soll helfen, Berührungsängste und Unsicherheiten abzubauen', erläutert Verena Gotzes, Vorsitzende des Memminger Behindertenbeirats. Deshalb stehe auch die Information im Vordergrund, sagt Betke. So kann man sich beispielsweise über Elektromobile, City Flitzer (elektrische Mofas), Behindertendreiräder oder behindertengerechte Busse informieren, während man Brotzeit macht oder Kaffee und Kuchen genießt. 'Mir gefällt es hier trotz des Regens', sagt Heidi Manz, als es gerade wieder zu tröpfeln beginnt. Und: 'In geselliger Runde fällt es leichter, Kontakte zwischen Behinderten und Nicht-Behinderten zu knüpfen.' Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger, Schirmherr der Veranstaltung, versichert: 'Memmingen soll eine behindertenfreundliche Stadt werden.' Fortschritte im behindertengerechten Bauen seien bereits gemacht worden, stellt Petra Werner vom Kreisbehindertenverband Eisleben fest: 'Die Kontaktgruppe Memmingen kann stolz auf ihre Arbeit sein.' Betke hebt die Kirchengemeinde Sankt Josef hervor. Hier habe man beim Umbau auch an behinderte und alte Menschen gedacht. Unter anderem erleichtere ein Aufzug, eine Rampe und eine Behindertentoilette Rollstuhlfahrern und Gehbehinderten den Besuch von Gottesdiensten und Konzerten.

Probleme mit Rathaus und LTS Und auch Gotzes zeigt sich zufrieden: 'In den letzten 15 Jahren hat sich viel getan.' Problematisch seien allerdings noch das Rathaus und das Landestheater. 'Das Rathaus ist für uns kaum zugänglich', erklärt Gotzes, 'da Stufen und eine große Tür es uns schwer machen.' Im Landestheater fehle ein Behinderten-WC: 'Entweder wir dürfen den ganzen Abend nichts trinken oder wir müssen zu Hause bleiben', sagt Gotzes. Zu den Klängen der Schlossbergschalmeien begann das Fest der Behinderten-Kontaktgruppe auf dem Memminger Theaterplatz. Fotos: Roland Schraut

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