Kaufbeuren
Zivilisationskritik aus dem Geist der Prärie

Kunst und Psychiatrie haben immer wieder die Nähe zueinander gesucht. Die Abteilung für Kunsttherapie im Kaufbeurer Bezirkskrankenhaus (BKH) stellt in diesem Zusammenhang eine besonders fruchtbare Stätte dar, entstanden doch dort im Laufe der Jahre Arbeiten, die letztlich auch Beachtung in den Galerien bedeutender Kunststandorte fanden. Von Rang ist hier nach wie vor der Name Wolfgang Hueber (1950-2008), ein Vertreter des Art brut, der in der Kaufbeurer Kunsttherapie ein und aus ging.

Sehenswerte Arbeitsergebnisse eines zweijährigen Projektes dieser Abteilung sind derzeit öffentlich im BKH einsehbar. Kunsttherapeut Rudolf Weikert hatte neun künstlerisch Tätigen mit Bindung an das BKH das Thema «Weisheiten der Indianer» ans Herz gelegt. Kapitalismusskepsis und Zivilisationskritik der ursprünglichen Völker Nordamerikas standen Pate. Ansichten und Betrachtungen, die auch nach dem Zusammenprall der Indianer mit den einfallenden Europäern entstanden, finden sich als kurze Textstücke im Ausstellungsbereich.

Zwei Jahre Laufzeit

Hunderte von Exponaten haben die zwei Jahre des Projektes hervorgebracht. Besonders augenfällig sind bildliche Darstellungen, teils Acrylarbeiten, teils in Mischtechnik, auch Zeichnungen, die unterschiedlichste Auseinandersetzungen mit der Aufgabenstellung widerspiegeln. Und mit Oliver Kromm und Wadim Heid finden sich zwei Künstler, die sich zusehends einen Namen in der Region machen.

Zwei bekanntere Namen

Kromm ist mit rund 15 Stücken vertreten. Er hat handwerklich seit dem Afrika-Projekt, dem Vorgänger der Indianer-Arbeiten, weiter dazu gewonnen. Indianerstämme haben hinter den Phänomenen der Natur oft Geister gesehen. Die Ausstellung atmet den Geist der Prärie, wozu vor allem Kromms Tierdarstellungen erheblich beitragen.

Heid beschreitet andere Wege: Seine Acrylarbeiten zeichnet eine gewisse Ironie aus, die beim Publikum offenbar gut ankommt. Drei von vier größeren Arbeiten des aus der ehemaligen Sowjetunion stammenden Kaufbeurers wurden rasch verkauft.

Die Ausstellung ist noch bis zum 11. Februar, dienstags, mittwochs und donnerstags von 11 bis 16 Uhr zu sehen (den Weg an der Pforte erfragen). Termine abseits dieser Zeiten können bei Kunsttherapeut Rudolf Weikert unter (08341) 72-2164 ausgemacht werden.

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