Zielgruppe sind vor allem die Hauptschüler

Denklingen(gum). - Im vergangenen Jahr bildeten die Gemeinden Denklingen, Fuchstal und Unterdießen einen Zweckverband zur Jugendsozialarbeit. Seit 1. Juli 2003 ist Diplom-Sozialpädagoge Moritz Hartmann als Jugendpfleger für den Zweckverband tätig und legte jetzt bei der ersten Sitzung im neuen Jahr dem Denklinger Gemeinderat einen ausführlichen Tätigkeitsbericht vor. 'Am Anfang musste ich zuerst bei den Zielgruppen bekannt werden', so Hartmann. Dazu habe er die Jugendlichen in den Gemeinden zu offenen Treffs eingeladen. 'In Epfach waren gut 25 Jugendliche gekommen, in Denklingen erst beim zweiten Treff etwa genauso viele.' Er habe sowohl Verbände und Vereine besucht, als auch Bauwagen und andere bekannte Treffpunkte der Jugend sowie Sportveranstaltungen abgeklappert.

Bekannter Anlaufpunkt Das Büro in der Fuchstalschule sei mittlerweile ein bekannter Anlaufpunkt, der Schwerpunkt seiner Arbeit auf Hauptschüler 'so ab der fünften Klasse' gerichtet, erklärte Hartmann. Überall hat der Jugendpfleger Fragebögen verteilt, um zu erkunden, welche Wünsche und Probleme die Jugend hat. 'Insgesamt kamen 402 Fragebögen zurück, davon 154 aus Denklingen und Epfach. Hauptsächlich von zwölf- bis 17-jährigen Hauptschülern.' Als wichtigste Freizeitbeschäftigungen wurden das Treffen von Freunden, Fernsehen, Computerspiele, Kino, Partys und der Sport genannt. 'Ganz oben steht bei der Jugend des Jahrgangs 1987 bis 1990 der Wunsch nach einem Jugendraum oder Jugendtreff, gefolgt von Skateanlage oder Halfpipe.' Erstaunlich sei, dass sich rund 30 Prozent der Befragten in der Gemeinde schon einmal bedroht oder belästigt gefühlt haben. Bei Sorgen würde sich noch rund ein Drittel an den Jugendpfleger wenden. 'Ich liege in der Umfrage recht gut, gleich hinter Eltern und Freund oder Freundin und noch vor dem Pfarrer, den Beratungsstellen und Lehrern.' Erfreulich sei, dass mehr als die Hälfte der Befragten gerne in der Gemeinde mitreden und ihre Interessen vor dem Gemeinderat auch persönlich vertreten würden. Sogar 58 Prozent wussten, wer Gemeindeoberhaupt ist.

Probleme mit dem Alkohol 'Zum Glück ist das Drogenproblem momentan nicht relevant. Aber ich betreibe weiter Prävention. Dringenden Handlungsbedarf gibt es beim Alkoholkonsum', erklärte der Jugendpfleger. Gut besucht war die Veranstaltung 'Abc der Aufsichtspflicht' für Vereinsmitglieder. 'Ich versuche, aktionsorientiert etwas zu erreichen, nicht als Konkurrenz zu den Vereinen, sondern nur, um den richtigen Input bei Treffen und Feiern zu geben.' Bürgermeisterin Viktoria Horber erklärte: 'Die Jugendarbeit ist der Weg der kleinen, aber der richtigen Schritte.' Mehr könne bei 27 Wochenstunden für drei Gemeinden nicht erreicht werden. Handlungsbedarf sei auch für den Gemeinderat gegeben: 'Wir müssen sehen, ob wir in Denklingen einen Jugendraum oder -treff schaffen können.'

Gegen eigenen Verein Dass die Jugend des Epfacher Bauwagens einen eigenen Verein gründen will, sei nicht wünschenswert. 'Die Jugendlichen sollten die Landjugend wieder beleben, auch wenn deren Freizeitangebot momentan nicht den Vorstellungen der Bauwagenjugend entspricht. Da sollte ein Kompromiss zu finden sein. Dabei könnte der vorhandene offene Jugendraum in der Epfacher Turnhalle auch besser genutzt werden.'

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