Marktoberdorf / Ostallgäu
Zeit des Zurückbringens

Der Festtagsbraten ist verdaut, die weihnachtliche Stimmung verabschiedet sich so langsam aus den Gemütern und die unpassenden Geschenke bleiben auch nicht lang unter dem Christbaum liegen: Die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester ist für viele glücklos Beschenkte die Zeit des Umtauschens.

Bei Mode Martin ging es gestern gleich ganz in der Früh los. Kurz nach Ladenöffnung um neun Uhr strömten bereits die ersten Umtauschwilligen in das Modegeschäft. Bei Textilien sei das aber auch kein Wunder, sagt Inhaber Xaver Martin. «Die Größe der Kleidung stimmt einfach oft nicht.» Der Marktoberdorferin Simone Hipp erging es so. Sie kam, um ihre zu große Jacke umzutauschen. «Schließlich will ich das Stück ja nicht im Schrank rumhängen haben, sondern etwas von meinem Geschenk haben», sagt sie.

Viel Kulanz beim Tausch

Auch bei Schuh Sepp in Marktoberdorf kamen gestern einige Kunden, um ihr Weihnachtsgeschenk passend zu machen. «In fast allen Fällen ging es aber nicht um den Geschmack, sondern auch um die Größe», sagt Verkäuferin Angelika Heibler. Beim Umtauschen sei man aber sehr kulant, erklärt Heibler. Wenn ein Kunde weder einen Ersatz noch eine Gutschrift wolle, dann bekomme er auch sein Geld zurück.

Bei Expert Braun in Marktoberdorf sei man ebenfalls nachsichtig, schließlich wolle man keinen Kunden verärgern. Auch wenn das Gesetz einen Umtausch nicht zwingend vorschreibt, erklärt Marktleiter Ralf Mayrhans. Bei Defekten gebe es eben ein Neugerät oder eine Gutschrift. Die Umtäusche haben sich aber bis dato in Grenzen gehalten. «Die meisten Rückläufer haben wir bei Telefonen», erklärt Ralf Mayrhans.

Bei Spielwaren Härtle brummte der Laden gestern ebenso. Allerdings wollten viele nicht umtauschen, sondern kaufen. Dutzende Kinder sind zwischen den Regalen auf der Suche nach einer passenden Freizeitbeschäftigung. «Viele haben zu Weihnachten Geld geschenkt bekommen. Die Eltern haben frei, die Kinder Ferien, da kommt etwas zum Spielen gerade recht», sagt Inhaberin Helga Franz. Aber auch bei Härtle geht das ein oder andere wieder zurück.

Allerdings nicht, weil es dem Beschenkten nicht gefalle, sondern weil er es bereits besitzt, erklärt Franz.

Mehr Gutscheine, weniger Umtausch

Christian Stegmüller von den «Sportfreunden» hatte etwas weniger mit Umtäuschen zu tun: «In unserem Segment wird gezielt gekauft, deshalb wird auch wenig umgetauscht», erzählt er. Es bringe schließlich nichts, wenn jemand Laufschuhe ohne Analyse und vorherige Betrachtung geschenkt bekommt, meint Stegmüller.

Daher ist bei ihm - wie in vielen Geschäften im Marktoberdorfer Einzelhandel - die Tendenz zum Gutschein in den vergangenen Jahren gestiegen. «Das hat den Umtausch etwas gebremst. Aber Gutscheine halten lang und sind flexibler», sagt Xaver Martin, bevor er sich wieder Simone Hipp zuwendet. Mit der passenden Jacke kann dann auch sie bald gebührend auf das neue Jahr anstoßen.

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