Lindenberg
Zeh: «Roompot muss sich bewegen»

«Das Unternehmen Roompot muss sich bewegen. Unsere Position steht.» Lindenbergs Bürgermeister Johahnn Zeh erklärt im Gespräch mit der Heimatzeitung, dass der Tourismuskonzern auf die Stadt zukommen muss, wenn es zu einer Verabschiedung des 2008 aufgestellten Bebauungsplanentwurfs am Nadenberg kommen soll. Das holländische Unternehmen beabsichtigt, das vor drei Jahren übernommene Feriendorf «Bayernpark» mit 108 Häusern um 37 Häuser zu erweitern. Kürzlich schob die Personalleiterin des Konzerns, Lia van der Plas, den schwarzen Peter der Stadt zu (wir berichteten).

Herr Zeh, wie ist der Stand der Dinge?

Zeh: Zur Zeit herrscht Funkstille. Das Unternehmen muss sich auf uns zu bewegen. Wir sind schon entgegengekommen, indem wir 2008 im Stadtrat beschlossen haben, die derzeit landwirtschaftlich genutzte Fläche (bis April 2011 verpachtet; die Red.) in wertvolles Bauland umzuwandeln. Wir wollen jedoch nicht, dass das Grundstück geteilt wird, und Häuser in Privateigentum übergehen. Roompot geht von dieser Forderung nicht ab. Wir verlangen, dass alle Häuser im Eigentum von Roompot bleiben.

Warum hat die Stadtverwaltung und der Stadtrat eine eindeutige, harte Position

Zeh: Es fehlt uns die Nachhaltigkeit. Das heißt, die Vereinbarung mit Roompot ist uns zu unsicher. Es gibt zu viele Unwägbarkeiten. Auch wenn vertraglich vereinbart wird, dass die Kapitalanleger selbst nur zwei Wochen im Jahr in ihrem Haus Urlaub machen dürfen und das Anwesen den Rest des Jahres an Gäste von Roomport vermieten müssen. Wir befürchten, dass in zehn oder vielleicht 20 Jahren durch Eigentümerwechsel, oder falls Roompot den Park weiterveräußert, Zweitwohnungen entstehen und wir eine häßliche Rolladensiedlung auf diesem Filetgrundstück bekommen. Wir wollen auch an die nächste Generation denken. Der von uns aufgestellte Bebauungsplanentwurf muss mit unseren Vorgaben grundbuchrechtlich abgesichert werden, bevor er gültig werden kann.

Wann haben Sie das letzte Mal miteinander verhandelt?

Zeh: Genau weiß ich das nicht, aber es ist mindestens ein Jahr her. Ich habe einmal versucht mit dem Geschäftsführer des Konzerns ins Gespräch zu kommen, doch dann hieß es von Seiten Roompots, kein Interesse.

Der Bayernpark wird heuer 50 Jahre alt. Ist eine Jubiläumsfeier oder Ähnliches geplant?

Zeh: Ob der neue Betreiber etwas macht, wissen wir nicht. Die Stadt wird sich sicher noch etwas einfallen lassen.

Welche Kosten entstehen für die Stadt durch die Funkstille?

Zeh: Die Kosten für den Anwalt, den wir nehmen mussten, weil auch Roompot juristisch gegen uns vorging, sind bezahlt. Es entstehen zur Zeit keine weiteren Kosten für die Stadt. Das lange Warten hat eher finanzielle Nachteile für Roompot.

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