Zahl straffällig gewordener Jugendlicher steigt weiter

Memmingen (g). Die Gesamtzahl der straffällig gewordenen Jugendlichen (267) ist im vergangenen Jahr wiederum angestiegen, sie hat sich seit 1991 (64) vervierfacht und wird wahrscheinlich noch weiter ansteigen. Dies war die schlechte Nachricht im Jugendhilfeausschuss. Die gute folgte sogleich: Durch die ambulante Betreuung in Form Familien stützender Maßnahmen konnte die Heimunterbringung von Kindern deutlich zurückgenommen werden. Neben diesen Schwerpunkten gibt der umfangreiche, mit zahlreichen Grafiken ausgestattete Jahresbericht 2003 des Stadtjugendamtes unter anderem genauen Aufschluss über die Verwendung von nahezu 82000 Euro, die für die Jugendarbeit (ohne Jugendhaus und ohne das Integrationsprojekt MIR) ausgegeben wurden.

3,6 Millionen von der Stadt Zu dieser Jugendarbeit gehörten die Ferienaktion, internationale Jugendbegegnungen, Stadtjugendring, Zuschüsse an Verbände und Jugendgruppen sowie Maßnahmen des Jugendschutzes. Dabei handelt es sich um einen Teilbereich der gesamten 'Jugendhilfe', für die im laufenden Jahr rund 3,6 Millionen im städtischen Haushalt veranschlagt sind. Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger bedauerte in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses, dass der Staat die Finanzmittel für die Jugendsozialarbeit an den Schulen zurücknehmen will. Das Stadtoberhaupt prognostizierte, dass auch die geplante Einführung von G8 (um ein Jahr verkürzte Gymnasialzeit) Unkosten für die Stadt verursachen werde. Bei vermehrtem Nachmittagsunterricht werde man nicht um Mittagsbetreuung, in welcher Form auch immer, herumkommen. Jugendamtsleiter Josef Hermann erläuterte, dass zunächst noch mit mehr Jugendstraftaten gerechnet werden müsse. Die besonders gefährdete Altersgruppe ab zwölf Jahren wachse zunächst noch an. Das Erziehungsgeschehen in Familien und bei Alleinerziehenden werde erheblich durch sozialstrukturelle Veränderungen beeinflusst. Wichtig sei das Zusammenwirken von Schule und Jugendhilfe.

Ambulante Hilfe reduziert Die Verlagerung auf mehr ambulante Hilfe hatte eine Reduzierung von 17314 stationären Unterbringungstagen im Jahr 1998 auf 8569 im Jahr 2003 zur Folge. Die 31 'stationären Bearbeitungsfälle' erforderten immerhin noch 39 Prozent der Ausgaben in diesem Bereich; die restlichen 61 Prozent standen für über 200 ambulant betreuter 'Fälle' zur Verfügung. Eine weitere Umstrukturierung von stationärer auf ambulante Hilfe erscheint Hermann allerdings kaum mehr möglich. Referatsleiter Manfred Mäuerle erläuterte die Situation der Kindergärten, deren Kosten mit 3,4 Millionen Euro im Haushalt 2004 veranschlagt sind. 1,9 Millionen davon sind städtischer Zuschuss. Auf Nachfrage wurde mitgeteilt, dass zwar insgesamt in der Stadt ein nahezu hundertprozentiges Angebot an Kindergartenplätzen bestehe, es aber durch unterschiedliche Beanspruchung derzeit im Osten der Stadt eine Warteliste gebe. Die Planung für den künftigen Standort 'Sonnenschein-Kindergarten' berücksichtige dies.

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