Zahl der Landwirte in Kaufbeuren sinkt weiter

Kaufbeuren(mic). - Traurig, aber wahr: Das Bauernhof-Sterben geht weiter und weiter. In Kaufbeuren gab es 2001 nur noch 55 Höfe. Der ungebrochene Trend bringt aber überraschende Entwicklungen mit sich. Vor allem werden die Höfe mittlerer Größe zahlenmäßig weniger, die kleinen dagegen werden mehr. 'Na ja, das sind ja nur noch Nebenerwerbslandwirte', meint man dazu lapidar im Landwirtschaftsamt. Darüber hinaus gilt auch in der Landwirtschaft das Motto 'Wer nicht sterben will, muss wachsen': Die großen Bauern, die mehr als 30 Hektar bewirtschaften werden auch mehr. 1999 gab es in Kaufbeuren noch 29 mittlere Betriebe mit einer Fläche zwischen fünf und 30 Hektar, 2001 nur noch 28. Andersherum ist die Entwicklung im gleichen Zeitraum bei Höfen mit mehr als 30 Hektar. 'Die Betriebe suchen ihr Heil im Wachstum', sagt Dr. Josef Hiemer, Abteilungsleiter beim Amt für Landwirtschaft und Ernährung. Die 'Wachstumsschwelle' liege in etwa bei 60 Kühen oder einer bewirtschafteten Fläche von mehr als 30 Hektar. Höfe, die kleiner seien, hätten häufig Probleme, rentabel zu arbeiten. Drei Viertel von ihnen werden nach Einschätzung des Bayerischen Bauernverbandes im Nebenerwerb betrieben. Landwirte versuchten laut Verband, ihr Einkommen mit der Vermietung von Gästezimmern und Ferienwohnungen zu verbessern. Bei ganz kleinen Betrieben mit einer Fläche von weniger als fünf Hektar handelte es sich hingegen um Nebenerwerbslandwirte, die hauptberuflich anderweitig tätig sind. Tendenz: steigend. 1999 waren es in Kaufbeuren 12, zwei Jahre später schon 14.

Vorwiegend Familienbetriebe Nahezu alle Höfe werden laut Landwirtschaftsamt als Familienbetriebe geführt. Vor allem für junge Leute werde die Arbeitsbelastung aber als zu groß empfunden. Während in vielen Berufen eine 35-Stunden-Woche üblich sei, müsse der Landwirt 365 Tage zu fast jeder Tageszeit zur Verfügung stehen. Für die Zukunft erwarten Behörde und Verband deshalb, dass die Zahl der Bauernhöfe und der bewirtschafteten Fläche insgesamt weiter abnimmt. Die verbleibenden Landwirte werden sich noch mehr um Nebenverdienste bemühen oder die Höfe weiter vergrößern.

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