Kaufbeuren
Würdige Gratulation

Als «Geburtstagsständchen für die Königin» war das Konzert anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Crescentia-Orgel in der Kaufbeurer Stadtpfarrkirche St. Martin betitelt. Und was die beteiligten Musiker dem mächtigen Instrument bei ganz unterschiedlichen Stücken entlockten, war tatsächlich ein königlicher Hörgenuss.

Den Beginn macht Richard Waldmüller mit einem der Klassiker der Orgel-Literatur: Toccata und Fuge in d-Moll von Johann Sebastian Bach. Nach dieser wohlbekannten und doch beileibe nicht langweiligen Einstimmung konnte eine rasante Erkundungsfahrt durch die Musikgeschichte und die Register des Instruments beginnen.

Ausgewogenes Zusammenspiel

In ausgewogenem Zusammenspiel blieben Daniel Herrmann an der Orgel und Jürgen Lehmann an der Trompete im Barock. Zwei «Noels» (Weihnachtsstücke) von Nicolas Lebègue (1631 bis 1702) schallten kraftvoll, aber doch zurückhalten durch den Kirchenraum. Mit Georg Friedrich Händels Suite in D-Dur durfte sich dann die für diese Zeit typische Pracht endgültig die Bahn brechen.

Die viel weiter gespannten harmonischen und auch technischen Möglichkeiten für Orgelkompositionen der Romantik und der Folgezeit illustrierte Organist Philipp Weirich beeindruckend mit den von ihm ausgesuchten Stücken: kraftvoll, aber auch meditativ das Präludium in d-Moll von Max Reger, romantisch-verträumt das Intermezzo aus den «19 Piéces Nouvelles» von Alexandre Guilmant und über schnelle Manualfahrten zu gewaltiger Macht schwellend die Toccata aus der 5. Symphonie für Orgel von Charles Marie Widor.

Opulent und modern

Viele der Facetten dieser Stücke holte Daniel Gallmayer beim sehr ausgedehnten «3. Choral für große Orgel» in a-Moll von Cesar Franck nochmals aus den Pfeifen der Crescentia-Orgel. Ausgeprägte dynamische Sprünge und Übergänge, Expressives und Meditatives im Wechsel vermittelten den sehr opulenten und doch modernen Charakter des Stückes.

Zeitgenössisch und nicht weniger anspruchsvoll endete das Konzert mit Charles Callahans Toccata «For All the Saints» (entstanden 2003). Elisabeth Römer-Turmann und Daniel Herrmann bewältigten dieses Orgelwerk für vier Hände souverän - und ohne dass sie die spielerischen und dynamischen Möglichkeiten eines Duos auf der Orgelbank überstrapaziert hätten. Mit viel Applaus würdigten die Zuhörer in der gut gefüllten Stadtpfarrkirche das «Geburtstagskind» und vor allem seine musikalischen Gratulanten.

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