Wollte immer die Freude am Beruf vermitteln

Buchloe (ml). - Seit über 30 Jahren ist sie an der Berufsfachschule für Krankenpflege des Buchloer Krankenhauses St. Josef tätig. Nun zieht sich Schwester Werna Säckler von der Leitung der Einrichtung zurück. Ihre Tätigkeit als Lehrerin für Pflegeberufe prägte ihr berufliches Leben. Schwester Werna will der Schule aber auch in Zukunft als Mitarbeiterin erhalten bleiben. Ihr Nachfolger als Schulleiter ist seit Anfang des Jahres Michael Brzeski. 'Ich werde nun mehr Zeit für mich haben, auch wenn mir die Arbeit immer viel Spaß gemacht hat', erzählt Werna. Die 63-Jährige, die am 16. Februar 1940 in Attenhofen bei Weißenhorn im Landkreis Neu-Ulm geboren wurde, war nicht immer davon begeistert, als Lehrerin zu arbeiten: 'Nach meiner Ausbildung zur Krankenschwester von 1958 bis 1961 habe ich zunächst an einem Krankenhaus in der Oberpfalz gearbeitet. Ich wollte mich um die Patienten kümmern.' Die Schwesternschule sei eine Idee ihrer Vorgesetzten gewesen, 'doch ich wollte nicht in die Theorie gehen', sagt Werna. Im Nachhinein sei sie jedoch sehr dankbar, dass sie den Lehrberuf ergriffen habe. 'Ich merkte immer mehr, dass ich genau das tun wollte.' In den Orden der Dillinger Franziskanerinnen trat Werna 1962 ein. An der Krankenpflegeschule des Krankenhauses St.

Josef in Buchloe begann sie 1970 als Unterrichtsschwester. 'Nach zwei Jahren ging die damalige Leiterin an eine andere Schule und ich übernahm ihre Tätigkeit', meint Werna. 'Das war schon eine Herausforderung. Besonders am Anfang war ich zunächst noch unsicher. Doch an Herausforderungen wächst man', fügt sie hinzu. Diese Spannung habe es jedes Jahr aufs Neue gegeben, weil sie immer mit frischen Schülern, die neu auf die Schule kamen, zu tun gehabt habe. Doch die Vertrauensbasis, die jedes Mal neu aufgebaut werden müsse, sei mit der Zeit gewachsen. 'Es gibt immer noch viele Verbindungen zu früheren Schülern.' So richteten ihr im Jahr 2000 über 300 'Ehemalige' zum 60. Geburtstag und 30-jährigen Dienstjubiläum ein Überraschungsfest aus. 'Das war ein Schulklassentreffen der vergangenen 30 Jahre. Ich war davon sehr gerührt', erzählt Werna. 'Die Buchloer Pfarrkirche war zum Gottesdienst nur gefüllt mit Pflegekräften.' Sie habe in ihrer langjährigen Laufbahn immer versucht, ihren Schülerinnen und Schülern die Freude am Beruf zu vermitteln. Als sie der Klasse, die gerade ihr letztes Ausbildungsjahr absolviert, gesagt habe, dass sie nun ihren Posten als Leiterin der Krankenpflegeschule aufgibt, habe sie als Antwort bekommen: 'Das ist zwar schade, aber es ist das Wichtigste, dass Sie weiterhin da sind.' Es sei besonders wichtig für sie, meint Werna, dass sie die jungen Menschen ein Stück begleiten könne auf ihrem Weg. 'Ich fühle mich noch nicht alt, aber man kann ruhig sagen, dass es langsam Zeit wird, die Leitung der Schule in jüngere Hände zu geben.' Vielleicht sei es auch die Freude an ihrer Arbeit mit jungen Schülern, die dafür sorge, dass sie selbst jung bleibe, vermutet Werna.

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