Wollen keinen Krieg im Dorf

Fuchstal (hoe). - Nach der Bürgerinformation im März befasste sich nun nochmals die Teilnehmergemeinschaft der Dorferneuerung mit dem geplanten Natur- und Kulturerlebnispfad im Aschtal bei Leeder. Vorsitzender Erhard Michalke informierte dabei über die Position der 'Direktion für ländliche Entwicklung' zu dem Vorhaben. Angesichts der entschiedenen Ablehnung durch die Landwirte und Jäger soll nun im Juni in einem gemeinsamen Gespräch unter Einbeziehung des Gemeinderats nach einer Kompromisslösung gesucht werden. Deutlich wurde in der Sitzung, dass nach dem Verlauf der Bürgerinformation, bei der sich die Gegner in der Mehrheit befanden, auch die Befürwortung im Vorstand der Teilnehmergemeinschaft nicht mehr unumstritten ist.

Zu wenig mit einbezogen So beklagte Erich Gast, dass man das Gremium zu wenig in die Planung einbezogen habe, Karl Frieß und Josef Weber machten in ihren Beiträgen noch klarer eine Ablehnung deutlich. Einverstanden zeigte sich jedoch das Gremium, dass ein engagiertes Plädoyer von Wolfram Ruoff zugunsten des Kulturpfades im Gemeindemitteilungsblatt abgedruckt wird, wenn es als dessen persönliche Meinungsäußerung gekennzeichnet ist. Vorsitzender Erhard Michalke berichtete, dass die Gegner des Vorhabens über regionale und landesweite Vertreter des Bauernverbandes bei der Direktion für ländliche Entwicklung vorstellig geworden sind. In ihrer Entgegnung wies die Direktion hin, man wolle das Projekt nicht gegen den massiven Widerstand der betroffenen Landwirte vorantreiben und erwarte deshalb eine vorhergehende Klärung beispielsweise der Grundstücks- und Haftungsfragen. Zudem sei es mittlerweile klar, dass der Bau nur in der Trägerschaft der Gemeinde erfolgen könne. Der Zuschuss aus den Mitteln der Dorferneuerung betrage für derartige Vorhaben zwar nur 30 Prozent, da aber Teilbereiche wie etwa die im Rahmen der Weganlage zu erfolgenden Aufforstungen stärker gefördert werden, könnte der Satz noch auf bis zu 50 Prozent steigen. 'Wir wollen deswegen keinen Krieg im Dorf,' warnte Bürgermeister Erwin Karg vor einer weiteren Verschärfung des Konfliktes. Er könne sich als nächsten Schritt die Nachfrage bei den betroffenen Eigentümern vorstellen, ob sie überhaupt bereit sind, Flächen für den Weg abzugeben. Dies soll nun unter anderem bei einem für den 21. Juni vorgesehenen Gesprächsabend erfolgen. Zudem möchten die Mitglieder der Teilnehmergemeinschaft die Gründe für die Ablehnung in Erfahrung bringen, die bereits vor der Vorlage des Plans in Unterschriftenaktionen ihren Ausdruck fand. Ein Kompromiss könne beispielsweise in dem Verzicht auf Werbung und Parkplatz liegen, hieß es in der Sitzung, um der Furcht vor einem auswärtigen Besucherstrom mit negativen Folgen für die Natur und Landschaft entgegenzuwirken. Ausführlich diskutiert wurde in der Zusammenkunft der Teilnehmergemeinschaft auch der künftige Standort und das Aussehen der Ruhebänke entlang der neugestalteten Hauptstraße in Leeder.

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