Kaufbeuren / München
Wolfgang Krebs am Nockherberg

Jetzt ist Wolfgang Krebs ganz oben angelangt: Der Neugablonzer Kabarettist wird beim Derblecken auf dem Nockherberg in München den Ministerpräsidenten Horst Seehofer spielen. «Das ist für mich die Krönung», freut sich der 43-Jährige.

Schon länger hieß es in München, dass der neue Regisseur des Singspiels, Alfons Biedermann, auch neue Darsteller wolle. Einer davon sei Krebs. Er hat sich mit vielen Auftritten als Kabarettist in der Landeshauptstadt einen Ruf geschaffen: «Das spricht sich herum. Biedermann rief mich dann einfach an und ich sagte zu.» Das bestätigte am Donnerstag die Paulaner-Brauerei. «Ich bin ein großer Fan vom Derblecken. Da kann ich mit den besten bayerischen Schauspielern zusammenarbeiten», sagt Krebs.

Der Neugablonzer fing vor über fünf Jahren als Imitator des damaligen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber an. Da war er aber noch als Kinderbuchautor bekannt. Mit Akribie und Talent landete er mit der Rolle beim Bayerischen Rundfunk und wurde schließlich zum Stargast bei kleineren Veranstaltungen.

Die Wirren der realen Politik überstand Krebs, indem er sich auf die neuen Köpfe einstellte. Und auch als Günther Beckstein oder Horst Seehofer hatte er das Publikum auf seiner Seite. Stoiber ist zwar allein schon wegen seines Sprachduktus nach wie vor in, aber Seehofers Stimme sei einfacher und komme von der Tonlage besser an, erläutert Krebs. Und inzwischen ist er nicht nur ein Imitator, sondern auch Kabarettist und Komödiant: 2008 tourte er mit seinem ersten Solo-Programm «Wos lang gähd» recht erfolgreich über die Bühnen und derzeit ist er mit dem zweiten Programm «Ja mir kennan» unterwegs - im Sommer wird er damit auch im Irseer Altbau gastieren.

Viel Freizeit hat Krebs nicht mehr. Neben dem Kabarett gibt er weiterhin Auftritte als Ministerpräsident: «Stoiber ist immer noch die große Nummer.» Wenngleich Seehofer opportuner sei: Den imitierte Krebs zum Beispiel beim Parteitag der CSU zum 60. Geburtstag des Ministerpräsidenten - sehr zum Gefallen des Originals. Derzeit jagt bei Krebs ein Auftritt den nächsten und nach seiner Nominierung für das Singspiel musste er einen Interview-Marathon hinlegen. Am 29. Januar ist er außerdem im Fernsehen bei «Schwaben weiß-blau» zu sehen. «Das war auch meine erste Probe für einen singenden Seehofer», so Krebs.

Auf dem Nockherberg wird es dann ein Stelldichein der Ministerpräsidenten geben: Seehofer und seine Vorgänger Stoiber und Beckstein im Publikum, der frühere Stoiber-Imitator Michael Lerchenberg als Fastenprediger und Krebs im Singspiel. «Eine unglaubliche Bestätigung meiner Arbeit. Den Seehofer kann ich die nächsten zehn Jahre noch spielen», meint Krebs.

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