Füssen
«Wohnen im Park» gefällt dem Landratsamt nicht

«Das ist ein riesengroßer Schritt für die Stadtentwicklung.» So freute sich Bürgermeister Paul Iacob, nachdem der Bauausschuss am Dienstag dem geänderten Bebauungsplan fürs Hallenbad-Gelände zugestimmt hatte. Wie berichtet, hat das Marktoberdorfer Unternehmen Hubert Schmid die Fläche gekauft. Es sollen rund 70 Wohnungen entstehen - unter dem Motto «Wohnen im Park». Alles andere als angetan von diesem Projekt ist das Landratsamt Ostallgäu: Es befürchtet, dass dadurch dem Schulzentrum «wertvolle Reserve- und Entwicklungsflächen» verloren gehen.

Eingangs der Beratung wies Bürgermeister Iacob daraufhin, dass die Stadt das Gelände zu einem festen Preis verkauft habe, der in drei Raten bezahlt werde. Der Verkaufserlös liege deutlich über dem Preis, den man vor Jahren kalkuliert habe - zudem gehe der Abriss des Hallenbades zu Lasten des Käufers.

Schulzentrum wird geschwächt

Dem Landratsamt schmeckt dieses Vorhaben überhaupt nicht: Zumal die Fläche im alten Bebauungsplan dazu vorgesehen war, den Schulstandort Füssen zu sichern und in seinem Bestand zu stärken. «Eine Abänderung des Bebauungsplanes zum Zwecke einer Wohnbebauung wird nach unserer Ansicht langfristig das Schulzentrum schwächen», teilte die Kreisbehörde ihre Bedenken während des Verfahrens mit.

Für die Schulen in unmittelbarer Nachbarschaft des Geländes fehle eine wichtige Fläche zum Beispiel für den Aufbau von Ganztagsschulen, ein Sportgelände oder andere denkbare Entwicklungen.

Dass der Landkreis das Hallenbad-Areal als Reservefläche für die Schulen erhalten will, ließ die Kommunalpolitiker kalt. Bürgermeister Iacob verwies darauf, dass die finanziell klamme Kommune das Gelände mehrfach der Kreisbehörde zum Kauf angeboten habe - doch habe diese von dem Angebot keinen Gebrauch gemacht. Nunmehr verfolge man ein anderes städtebauliches Ziel, nämlich Wohnbebauung zu schaffen, ohne dafür bislang unbebaute Flächen zu nutzen.

Auch ein weiterer Einwand des Landratsamtes verhallte im Bauausschuss: Durch die Wohnbebauung gehen 45 Stellplätze auf dem bisherigen Hallenbad-Parkplatz verloren, die derzeit von Lehrern und Schülern genutzt werden. Die Stadt verweist darauf, dass alle baurechtlich erforderlichen Stellplätze innerhalb des Schulgeländes nachgewiesen sind. Für das Sonderpädagogische Förderzentrum habe man vorgesorgt: Zehn Stellplätze werden dafür beim «Wohnen im Park» reduziert. Erwachsenen Schülern empfiehlt die Stadt, auf den öffentlichen Personenverkehr oder das Fahrrad umzusteigen. Das erscheine «zumutbar und auch pädagogisch nicht verfehlt», heißt es in der Vorlage des Planers Gerhard Abt.

Auf Spielplatz pochen

Grundsätzlich war der Bauausschuss mit den vorgelegten Planungen einverstanden. Bei zwei Punkten forderte Dr. Martin Metzger (Bürger für Füssen) aber Nachbesserungen, die das Gremium unterstützte: Stellplätze, die im Westen der Wohnanlage angelegt werden, müssen über das eigene Grundstück angefahren werden. Der bei Spaziergängern beliebte Weg über den Galgenbichl in Richtung Füssener Westen darf nicht befahren werden. Außerdem wird die Stadt darauf achten, dass der ohnehin vorgeschriebene Spielplatz auch tatsächlich errichtet wird.

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