Wo ist denn der Beckham?

Westallgäuer Fanclub erlebt beim Achtelfinale der Champions League in München starke Bayern Westallgäu/München (dj). 'Ja, wo waren sie denn, die hochgelobten Stars wie Beckham und Ronaldo?' Etwas hämisch klingt das aus dem Munde von Bernhard Franz. Der Gestratzer fuhr zusammen mit 14 weiteren Mitgliedern des Bayern-Fanclub Westallgäu nach München und erlebte ein hochklassiges Fußballspiel 'ihrer' Bayern im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Real Madrid. Unsere Mitarbeiterin Dagmar Johler begleitete die Fans und stand inmitten des mit 59000 Zuschauern gefüllten Stadions in der Südkurve.

Nein, keine Enttäuschung, dass die dominierenden Bayern 'nur' 1:1 gespielt hatten. Die Freude überwiegt. Die Freude, ein tolles Fußballspiel gesehen zu haben. Die Freude, endlich wieder einen stark aufspielenden FC Bayern gesehen zu haben. Darin sind sich die Fans bei der Rückfahrt im Bus einig. Klar, das dumme Gegentor kurz vor Schluss, das nervt gewaltig. 'Doch verloren ist noch nichts', ist sich Franz sicher. Über eine Frage wird im Bus aber noch heiß diskutiert: War´s ein Fehler von Olli Kahn? Denn gesehen haben sie im entscheidenden Moment, als der Bayern-Torhüter das Leder unter sich ins Tor rutschen ließ, alle nichts. Die Südkurve ist über 100 Meter Luftlinie von Kahns Tor entfernt. Nur das lähmende Entsetzen im Stadion nach dem schwachen Freistoß von 'Superstar' Roberto Carlos war in den Menschenmassen zu spüren.'Was ist denn los?' Andi Vielwerth, Vorsitzender des Westallgäuer Fanclubs ist entsetzt. Das Fernglas, das die Lokalreporterin vorsorglich mitgenommen hat ('den Beckham will ich schon aus der Nähe sehen'), wird jetzt schlagartig zum Objekt der Begierde. 'Der Olli schüttelt den Kopf', schreit einer. Dabei hatte doch alles so gut angefangen. Verwundert rieben sich die Westallgäuer die Augen. Spielt da wirklich 'ihr' FC Bayern, der mit schönen Kombinationen und aggressivem Angriffsfußball die 'Königlichen' aus Madrid fest im Griff hatte? Eigentlich hatte man die so ach gefährlichen Flanken und Freistöße von David Beckham gefürchtet. Oder vor dem unglaublichen Torinstinkt eines Ronaldo gezittert. Gezittert haben die Westallgäuer schon - aber nur vor Kälte. Bei Minusgraden und eisigem Wind wickeln sich die Fanclub-Mitglieder den rot-weiß gestreiften Schal fest um das Gesicht. Patzer von Kahn der Dämpfer'Bayern, Bayern'. 90 Minuten lang schreien sich die Fans die Seele aus dem Leib. Als dann in der 75. Minute endlich das erlösende 1:0 durch 'ihren Roy Makaay' fällt, liegen sich die Mitglieder in den Armen. Der Dämpfer, der bei den Westallgäuern bedrückendes Schweigen auslöst, kommt acht Minuten später, eben durch diesen Freistoß von Roberto Carlos. Erst im Bus auf der Heimfahrt finden sie ihre Sprache wieder. Letztlich überwiegt aber die Begeisterung für das Spiel. Optimistisch sind sie auch: 'Noch ist nichts verloren! Dann gewinnen wir halt in Madrid beim Rückspiel', so Franz. Ja, so schön kann Fußball sein.

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