Wo einsame Häschen ein heimeliges Zuhause finden

Kimratshofen(röh). Das durchdringende Krähen des asiatischen Seidenhahnes Charly, der sein schwarzes Gefieder aufplustert, heißt den Besucher schon von Weitem willkommen. Im Garten der Familie Brauner in Kimratshofen muss man aufpassen, wo man seine Füße hinsetzt: Kaninchen tummeln sich in den Ställen, im Garten spazieren zehn Enten und einige Hühner schnatternd umher. Das Besondere daran: Die Familie Brauner kümmert sich längst nicht nur um die eigenen Tiere. Sie nimmt auch fremde Tiere auf, um ihnen ein heimeliges Zuhause zu geben. Zur Zeit leben neben den Enten und Hühnern noch 40 bis 50 Hasen, Zwerggockel, sowie die drei Ziegen Lisa, Mäusle und Elli auf dem Grundstück von Petra und Wilfried Brauner, genannt 'Bibi'. Der 37-jährige Spengler erklärt, dass zeitweise bis zu 70 Tiere in Stall und Garten lebten. Der Stall, der an das Wohnhaus angrenzend, ist in mühsamer Eigenarbeit hergerichtet und von der 27 Jahre alten Petra liebevoll mit Landschaftsbildern bemalt und verziert worden. 'Viele Leute wollen zwar Tiere haben, aber oft fehlt ihnen dann die Zeit, sich auch ausreichend um sie zu kümmern', weiß Wilfried Brauner zu berichten. Überforderte Haustierhalter oder Leute, die während ihres Urlaubs einen Platz für ihren kleinen Liebling suchen, bringen Tiere nach Kimratshofen.

Manchmal werden auch anonym misshandelte Tiere vor der Haustür abgestellt, die dann bei dem Ehepaar ein neues zu Hause finden. Angefangen hat alles mit 'Hopsi' - dem ersten Hasen der damals gerade neun Jahre alten Petra. Mit der Zeit wuchs die Zahl der Tiere stetig und es hat sich herumgesprochen, dass die Brauners auch heimatlose Tiere bei sich aufnehmen. Wilfried Brauner beobachtet wie 'immer mehr Spaziergänger am Haus anhalten, um die Tiere zu sehen oder zu streicheln'. Aber man muss auch viel Zeit, Arbeit und Geld in das ungewöhnliche Hobby investieren. Die Versorgung der Tiere nimmt täglich drei bis vier Stunden in Anspruch, an der sich alle auch die beiden Kinder Tanja (14) und Yvonne (zwölf) beteiligen. Nur die kleine Anna Maria, die fast ein Jahr alt ist, darf zuschauen. Einige Nachbarn sammeln altes Brot und ein Landwirt aus dem Ort stellt Stroh zur Verfügung. Auch für die Zukunft hat sich das Paar viel vorgenommen. Petra Brauner möchte auf jeden Fall noch mehr Ställe ausbauen, um weitere Tiere aufnehmen zu können. Wilfried hingegen schwärmt von einem richtigen 'kleinen Streichelzoo' den er im Sommer im Garten errichten will.

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