Wangen
«Wir wollen eine schöne, närrische Freinacht»

Die württembergische Allgäustadt Wangen rüstet sich für ein turbulentes Wochenende. Zum Landschaftstreffen der Narrenzünfte werden 5000 Hästräger und 10000 Besucher erwartet. Mit der zweitägigen Veranstaltung feiert die Wangener Narrenzunft Kuhschelle weiß-rot ihr 75-jähriges Bestehen. Von Zunftmeister Bernd Rothacker wollten wir wissen, wie sich Stadt und Wangener Schellenbuebe und Aneweible auf den Ansturm rüsten.

Herr Rothacker, 5000 angemeldete Narren und 10000 erwartete Gäste - das sind mehr Menschen als in der Wangener Kernstadt wohnen. Erwarten Sie keinen Verkehrskollaps, wenn die alle am Samstag anreisen?

Bernd Rothacker: Nein, da machen wir uns keine Sorgen. Es gibt Verkehrs- und Parkleitsysteme und genügend Parkplätze. Bis 21 Uhr fährt der Stadtverkehr-Bus. Die Zünfte reisen per Bus an. Nach dem Aussteigen fahren die meisten Busse wieder weg.

Ist die Wangener Gastronomie gerüstet für so viele hungrige Mäuler?

Rothacker: In der Stadt stehen sieben von den Vereinen bewirtschaftete Zelte und 20 Imbissbuden. Und fast alle Gastwirtschaften machen mit.

Bleiben die Besenwirtschaften die ganze Nacht über geöffnet?

Rothacker: Es gibt keine Sperrstunde. Wir rechnen aber damit, dass das Ganze morgens um 3 Uhr oder 4 Uhr abflacht. Auf jeden Fall ist die alte Sporthalle durchgehend geöffnet. Die bewirten wir selbst.

«Freinacht» - das hört sich ein bisschen nach Anarchie an. Wie kann man als Organisator sicher gehen, dass bei einer solchen Großveranstaltung aus Ausgelassenheit nicht Zügellosigkeit wird?

Rothacker: Das ist eine gute Frage. Es sind viele Securityleute, Rotkreuzler, Feuerwehr, THW und Polizeikräfte vor Ort, damit man Exzessen von vorneherein Einhalt gebieten kann. Es gibt außerdem vier Fixtermine, an denen sich alle Organisationen treffen, um die Lage zu besprechen.

Wir wünschen keine Alkoholexzesse. Deshalb werden an den Ständen keine branntweinhaltigen Getränke verkauft, auch nicht in kleinen Fläschchen. Securitys stehen vor den Zelten und kontrollieren die Ausweise von Jugendlichen. Wir wollen natürlich keine Anarchie, sondern eine schöne, närrische Freinacht.

Wenn Tausende Fasnachtsfreunde die Nacht in Wangen verbringen, stellt sich die praktische Frage: Ist für ausreichend sanitäre Einrichtungen gesorgt?

Rothacker: Wir haben mit einigem Aufwand versucht, das Beste zu machen: Es gibt ganz normal die Nette Toilette in Lokalen, öffentliche Klos, Toilettenwagen und Dixietoiletten.

Wenn am nächsten Morgen um 10 Uhr Gottesdienst ist - wie schaffen Sie es, die Stadt nach der Freinacht in Ordnung zu bringen?

Rothacker: Wir haben ein Zeitfenster von 7 bis 9 Uhr, in dem der Bauhof aufräumen kann. Die Besenwirtschaften sind für ihren Bereich vertraglich zum Aufräumen verpflichtet. Bei einem Flaschenpfand von zwei Euro dürfte es aber gar nicht so dramatisch werden. Außerdem gehen wir davon aus, dass wir zu 95 Prozent nette, heitere Gäste haben.

Wie viele ehrenamtliche Helfer setzen Sie beim Landschaftstreffen ein?

Rothacker: Allein von der Zunft ungefähr 300 Leute. Mit den Vereinen und Hilfskräften kommen sicher noch mehrere Hundert dazu.

Das letzte große Narrentreffen fand vor zehn Jahren in Wangen statt. Wird es am Wochenende ähnlich ablaufen?

Rothacker: Es gibt weniger Besenwirtschaften. Dafür ist unser Höhepunkt die Fasnet auf dem Marktplatz. Wir haben versucht, für Jung und Alt etwas zu bieten. Für alle, die Spaß an der Fasnet haben - denn wir wollen nicht nur irgendeine Party machen.

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