Lautrach
«Wir müssen alle Optionen nutzen»

Die Gemeinde Lautrach will sich massiv für den Erhalt der Hauptschule Legau einsetzen. «Die Gemeinden im Illerwinkel müssen zusammenstehen und alle Optionen für eine Weiterentwicklung zur Mittelschule und die Bildung von Schulverbünden nutzen», bekräftigte Bürgermeister Arthur Dorn in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Dorn vertrat die Ansicht, dass die Weichen zur Bildung von Mittelschulen jetzt gestellt werden. Für den Illerwinkel sei es höchste Zeit, geeignete Partner zu finden.

«Dass die Hauptschulen so schlecht geredet wurden, verstehe ich nicht», erläuterte die Legauer Schulleiterin Kreta Geißelsöder, die für Legau einen «sehr gut funktionierenden Hauptschulbetrieb» als Pluspunkt anführte. Zudem wies sie auf die Notwendigkeit der Hauptschule vor Ort hin. So wird der Bedarf an Ausbildungsplätzen von Handwerk und Gewerbe in den Illerwinkel-Gemeinden nach Meinung der Schulleiterin vornehmlich durch die Hauptschüler mit praxisorientierter Schulausbildung abgedeckt. Aufgrund geburtenschwacher Jahrgänge sieht die Pädagogin die Hauptschule in Legau «nicht so gut gefestigt».

Derzeit gehen in Legau insgesamt 108 Hauptschüler zur Schule. In sechs Jahren könnten es einer Hochrechnung nach nur noch rund 88 Schüler sein. Derzeit besuchen 16 Schüler die 8. Klasse. Bei einer so kleinen Klassenstärke sei es schwierig, Kurse oder Unterrichtszweige gleichmäßig und sinnvoll zu belegen. Zudem habe Legau derzeit keinen M-Zug. Dieser wäre allerdings Voraussetzung, um den Status Mittelschule nach Legau holen zu können, so die Schulleiterin.

Anschluss an Schulverbund

«Unter diesen Voraussetzungen ist es wichtig, sich einem Schulverbund anzuschließen, um den Hauptschulstandort möglichst lange erhalten zu können», betonte Zweite Bürgermeisterin Beate Zabler. Hierfür stehen nun mehrere Szenarien zur Diskussion. Eine Zusammenarbeit mit Bad Grönenbach scheidet aus, da die erforderliche Zahl an Hauptschülern zusammen nicht erreicht werden kann.

Eine Kooperation mit den Memminger Hauptschulen bezeichnete Schulleiterin Geißelsöder als schwierig: «Schüler aus ländlichen Gebieten in eine städtische Schule zu integrieren, ist nicht einfach». Gegen einen Schulverbund mit Memmingerberg spricht die unzureichende Busanbindung, die über den ZOB in Memmingen führen würde. Dasselbe gelte für Amendingen. Eine landkreisübergreifende Alternative sah Kreta Geißelsöder trotz der erheblichen Entfernung in einem möglichen Schulverbund mit Altusried. Eine länderübergreifende Variante ist nach Aussage der Schulleiterin nicht möglich. Somit scheidet eine Kooperation mit Leutkirch aus. Laut Bürgermeister Dorn deutet vieles auf eine mögliche Zusammenarbeit mit Altusried hin. Schüler von schlecht belegten Unterrichtszweigen müssten dann die Fahrt nach Altusried antreten.

«Die Schüler für ein paar Unterrichtsstunden durchs Land zu fahren, wird organisatorisch nicht einfach», befürchtet Geißelsöder.

Dr. Ingrid Fickler fragte an, ob eine einzelne Gemeinde aus dem Schulverband Legau austreten könne, um sich einem Schulverbund anzuschließen. Geißelsöder entgegnete, dass Legau als Hauptschulstandort dann nicht mehr zu halten ist.

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