Lindenberg
Wilma Linke: Das ist die ideale Nachfolgeregelung

Seit einem Jahr führt die Deutsche Welthungerhilfe die Projekte des von Wilma Linke gegründeten «Freundeskreis La Paz» weiter. Im neuesten Rundbrief für den Freundeskreis La Paz vom Dezember 2009 berichtet die Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann, von zurückgehender Spendenbereitschaft und damit verbundenen «Veränderungen, die weniger erfreulich sind.»

So mussten laut Dieckmann unter anderem «Aktivitäten eingestellt werden», zu denen auch die kostenlose Rechtshilfe gehört, die Frauen in Anspruch nehmen konnten, wenn die Väter ihrer Kinder Unterhaltszahlungen verweigerten. Die Heimatzeitung sprach mit Wilma Linke, inwieweit auch Projekte des «Freundeskreis La Paz» von Kürzungen betroffen sind.

Frau Linke, wie erfolgreich führt aus Ihrer Sicht die Deutsche Welthungerhilfe die Arbeit des Freundeskreis La Paz fort?

Wilma Linke: In meinen Augen ist es die ideale Nachfolgeregelung. So sieht es auch unsere frühere Partnerorganisation «Fundación La Paz» (FLP), denn sie arbeitet in einem Projektbereich bereits seit 1991 vertrauensvoll und erfolgreich mit der Welthungerhilfe zusammen. Und von Dr. Jorge Domic, dem Direktor der FLP, weiß ich, dass alle Projektanträge genehmigt worden sind und die Arbeit ungestört weitergeht.

Die im aktuellen Rundbrief angesprochenen Kürzungen, der kostenlosen Rechtshilfe für Frauen, betreffen also nicht den Freundeskreis La Paz?

Wilma Linke: Die kostenlose Rechtsberatung wurde auch in früheren Jahren nie von uns bezahlt. Das lief entweder über andere Organisationen oder staatliche Gelder. Allerdings hatten sich hier unsere Laienrechtspflegerinnen jahrelang tatkräftig eingebracht. Ab jetzt wirkt diese Frauen-Selbsthilfegruppe in unserem Programm gegen Missbrauch und Gewalt in der Familie mit. Tatsache ist, dass sich seit einigen Jahren die Regierung auch um die arme Bevölkerung kümmert. So wird ein kostenloser Gesundheitsdienst ausgebaut, der anfangs nur Alte sowie Kleinkinder und Mütter erreichte und jetzt bereits die 14-Jährigen einschließt.

Entsprechend hatte unser Partner FLP nach und nach bereits den jährlichen Hilfsantrag an unsere Patientenhilfe kürzen können. Auch unsere kostenlose Berufsfachschule für Straßenkinder mit 150 Ausbildungsplätzen kommt nun mit einem Drittel des früheren Etats aus. Dank der besseren Auftragslage können die Lehrwerkstätten vormittags ausbilden und nachmittags produzieren.

Wie oft werden Sie von der Welthungerhilfe über die Arbeit der Bolivienhilfe informiert?

Wilma Linke: Das liegt alleine an mir. Ich kann jederzeit meine Ansprechpartner anrufen und nachfragen. Außerdem will noch im Januar ein Vorstandsmitglied nach Lindenberg kommen, um nähere Informationen über den Freundeskreis La Paz einzuholen.

Hat sich das Spendenaufkommen aus dem Kreis Ihrer früheren Spender verändert, seit die Deutsche Welthungerhilfe die Arbeit übernommen hat?

Wilma Linke: Ja. Da leider nicht jeder den Wechsel mitgemacht hat, sind die Spenden weniger geworden. Das bedauere ich sehr. Hoffentlich bessert sich das Bild nach dem aktuellen Weihnachtsrundbrief, der mir sehr gut gefällt. Dieser brachte mir auch noch eine ganz private Freude: Cesar Laura - einer unserer ersten Studenten - hat einen guten Arbeitsplatz gefunden.

Halten Sie noch regelmäßig Kontakt zur «Fundación La Paz» vor Ort?

Wilma Linke: Ich stehe zwar mit Dr. Jorge Domic in telefonischem Kontakt und tausche mit ihm auch E-Mails aus, aber ich halte mich bewusst aus dem Tagesgeschäft heraus. Das ist jetzt Aufgabe der Welthungerhilfe.»

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2019