Wiedersehen mit vielen Toren

Von Dagmar Johler | Lindenberg Die Handball-Welt ist wieder in Ordnung: Mit 29:24 (13:10) bezwang das aktuelle Bezirksligateam des TSZ Lindenberg in einem vereinsinternen Duell 'Jung gegen Alt' eine Oldie-Mannschaft, zusammengestellt aus Spielern der letzten 20 Jahre, deutlich. Doch die sportliche Niederlage war schnell verschmerzt, das herzliche Wiedersehen mit ehemaligen Handballkollegen trieb so manchem Tränen in die Augen. Auch die großartige Kulisse in der vollbesetzten Dreifachturnhalle erinnerte an frühere Erfolgszeiten.

Wären nicht Tore, sondern der Anteil der grauen Strähnen des (spärlichen) Haupthaares oder der prozentuale Anteil der kleinen Speckröllchen um die Hüfte ausschlaggebend für den Erfolg beim Sport, ja dann wäre das Ergebnis sicher anders ausgefallen. Doch Handball wird halt letztlich doch über Schnelligkeit und Kondition entschieden, und da hatten die größtenteils 20-jährigen Burschen von Trainer Horst Kunkel eindeutig die Nase vorn. Auch wenn ein paar im Oldie-Team wie Harry Schlachter, der 'Fisch' Florian Kaiser oder der überragende Torwart Klaus Maurer den zahlreichen Zuschauern bewiesen, dass man auch jenseits des jugendhaften Alters noch fabelhaft Handball spielen kann.

Welche Hymne kann oder soll man beim Einzug der 'Gladiatoren' in die Halle spielen? Die Verantwortlichen zerbrachen sich darüber die Köpfe. 'Wir sind alle über 40' oder 'Hurra, wir leben noch'? Letztlich entschied man sich für den Rockklassiker 'Highway to Hell' von AC/DC. Doch dass die Partie kein Höllenritt wurde, sondern ein vergnügliches Miteinander, dafür sorgten alle Spieler. Auch wenn so manchem Oldie der Ehrgeiz kurz aufflammte. 'Ihr müsst den Jungen besser decken', schimpfte 'Opa' Jürgen Somfleth. Der 'Junge', damit meinte er Valentin Jocham, der mit sechs Treffern einen wesentlichen Anteil am Erfolg der 'jungen Wilden' hatte.

Das Bezirksligateam tat cool: 'Wir geben Vollgas und rennen sie kaputt', tönte Trainer Kunkel vor dem Spiel. Cedric Nussbaumer gab immerhin zu, 'schon Muffensausen vor einer Blamage zu haben'. So weit kam es zwar nicht, aber lange Zeit hielten die Männer mit den grauen Schläfen gut mit. Nach 20 Minuten betrug der Vorsprung der Jungen nur ein Tor.

Trainer als 'Wasserträger'

Das lag wohl auch daran, dass die Ehemaligen 'die größte Auswechselbank seit Bestehen des Handballsports' besaßen. Nicht weniger als 17 Spieler standen im Kader der Ehemaligen. Hauptaufgabe von Trainer Martin Sinz war dabei nicht die Ausgabe von taktischen Anweisungen ('das wissen die schon selber'), auch nicht das Dirigieren der Ersatzbank ('wer keine Puste mehr hat, setzt sich einfach hin'): Er war vollauf damit beschäftigt, genügend Wasserflaschen für seine erschöpften Spieler zu besorgen.

Was aus einer Bierlaune heraus entstand, entwickelte sich zu einem großen Handballfest. 'Eine tolle Atmosphäre', strahlte auch technischer Leiter Thomas Speckmann. Gibt es im nächsten Jahr eine Revanche? Die beiden Organisatoren Dietmar Kresinsky und Rainer Elflein geben sich bedeckt: 'Schau’ mer mal'. Schließlich müssen die Oldies jetzt erst einmal ihre Wehwehchen pflegen.

Für das Oldie-Team spielten: Thomas Schlachter, Nico Roos, Michael Riepel, Florian Kaiser, Stefan Milz, Oliver Roos, Kai Strohmaier, Klaus Maurer, Jürgen Somfleth, Thomas Schlachter, Günther Rädler, Jürgen Rädler, Rainer Elflein, Harry Schlachter, Matthias Fehr, Norbert Kurzemann, Stefan Rist, Trainer Martin Sinz.

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