Wieder mehr Verkehrstote

Kaufbeuren (dre). - 82 Verkehrsunfälle mehr als noch im Jahr zuvor musste die Polizeiinspektion Kaufbeuren im vergangenen Jahr in ihrem Bereich registrieren. Besonders bedauerlich ist dabei die Zahl der Todesopfer, die mit sieben Verunglückten den höchsten Stand seit fünf Jahren erreichte. Auch die steigende Tendenz zur Unfallflucht stimmt die Polizei bedenklich. Lediglich die Anzahl der leicht verletzten Unfallopfer weist einen deutlichen Rückgang auf. Waren es im Jahre 2002 noch 335 Personen, so mussten im vergangenen Jahr nur 305 Menschen als leicht Verletzte behandelt werden. Die Anzahl der 79 schwer Verletzten im Jahr 2003 ist identisch mit der aus dem Jahr zuvor.

Mehr Kleinunfälle Als drastisch erweist sich der Anstieg bei den so genannten Kleinunfällen. Den 589 Unfällen in 2002 stehen 662 Registrierungen aus dem vergangenen Jahr gegenüber. Laut Polizeihauptkommissar Thomas Wegst könnten hier eindeutige Fälle wie das Anfahren anderer Fahrzeuge beim Parken oder viele Auffahrunfälle den Versicherungen der Beteiligten zur Regelung überlassen werden. Sobald die Situation jedoch den geringsten Spielraum für Zweifel offen lasse, so Wegst, sei ein Einschreiten der Polizei von Nöten. Erfreulich ist, dass die Zahl der Unfälle unter Alkohol- oder Drogeneinfluss rückläufig ist. Allein im Stadtgebiet Kaufbeuren wurden 161 Führerscheine wegen Alkohol am Steuer sichergestellt, 34 mehr als noch 2002, was den Erfolg der verschärften Kontrollen belegt. 'Vor allem jetzt zur Starkbierzeit sollte der Leichtsinn weichen und das Auto stehen gelassen werden', sagt Wegst.

Appell an Fairness Den Sachbearbeiter für Verkehr bei der Kaufbeurer Polizei beunruhigen jedoch mehr die zunehmenden Unfallfluchten, die hauptsächlich kleine Unfälle betreffen. 'Jeder wäre froh, wenn sich jemand melden würde, falls das eigene Fahrzeug angefahren wurde.' Hier sei schlichtweg Fairness dem Mitbürger gegenüber gefragt. Schließlich sei Unfallflucht nach wie vor eine Straftat. Der berühmte Zettel unter dem Scheibenwischer reicht in diesem Fall übrigens nicht aus. Das Hinterlassen einer Adresse und Telefonnummer ist zwar sinnvoll, die Benachrichtigung der Polizei aber unerlässlich, will man sich keiner Straftat schuldig machen.

Brennpunkt Verteilerrring In der Stadt Kaufbeuren verhalten sich die Statistiken ein wenig anders als im Umland. Zwar stieg auch hier die Zahl der Verkehrsunfälle insgesamt im Jahr 2003, doch es konnten immerhin 27 verletzte Personen weniger beklagt werden als noch 2002. Im Brennpunkt steht dabei weiterhin der Verteilerring an der B12, vor allem die Ausfahrt in die Augsburger Straße und die Einfahrt in den Ring von Richtung Mauerstetten. Hier nimmt das Straßenbauamt bereits Prüfungen und Planungen vor, die die unfallträchtigen Kurven entschärfen sollen. Ansonsten könnten laut Hauptkommissar Wegst keine besonderen Schwerpunkte ausgemacht werden. Kreuzungen wie beispielsweise die Einmündung der Moosmangstraße in die Augsburger Straße sowie in die Neugablonzer Straße seien aufgrund der hohen Verkehrsdichte jedoch nicht zu unterschätzen. Hier ereignen sich die meisten Vorfahrtsunfälle. Ähnlich wie im Umland ist die Entwicklung in der Stadt hinsichtlich der Unfälle und Unfallfluchten, bei denen Alkohol mit im Spiel war. Auch in Kaufbeuren ist die Zahl der Alkoholdelikte bei Verkehrsunfällen gesunken, die Menge der Unfallflüchtigen hingegen nimmt weiterhin zu.

Hauptursache Geschwindigkeit Hauptursache für Unfälle bleibt zu hohe Geschwindigkeit. 'Wir versuchen natürlich, die Kontrollen im Rahmen der Möglichkeiten der Streifentätigkeit zu verstärken', erklärt Polizeihauptkommissar Thomas Wegst. Dabei habe sich die Radarpistole, die seit dem vergangenen Jahr im Einsatz ist, hervorragend bewährt.

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