Wieder mehr Kinder als Plätze

Marktoberdorf (af). - Momentan viele Kinder und etwas zu wenig Platz, Nachmittagsangebote, die die Eltern für ihre Kleinen nicht wollen, kein Geld - es kam viel zusammen, was der Marktoberdorfer Stadtrat bei seinen Planungen für die nächsten Kindergartenjahre zu berücksichtigen hatte. Das Ergebnis: Unter bestimmten Voraussetzungen entsteht in Rieder eine zweite Gruppe, ferner soll im Kindergarten St. Magnus das Dachgeschoss für einen Bewegungsraum ausgebaut werden. Was die zahlreich erschienenen Mütter erlebten, war eine kontrovers geführte Diskussion. Zunächst legte Wolfgang Wieder von der Stadtverwaltung Zahlen auf den Tisch. Danach können für das im Herbst beginnende Kindergartenjahr die Eltern von 660 Mädchen und Buben einen Platz beanspruchen, im Jahr darauf sind es 611 und noch ein Jahr später 590. Diese Zahlen seien mit Vorsicht zu sehen, weil sie die städtebauliche Entwicklung Marktoberdorfs nicht berücksichtigen. Es lasse sich nicht sagen, wie viele Kinder beispielsweise in Thalhofen durch das neue Baugebiet hinzukommen. Fest stehe nur, dass schon jetzt etliche Eltern vertröstet werden müssen. Welche Auswirkungen Zuzüge haben können, hatte sich in Rieder gezeigt. Weil dort Kinder aus Rieder und Sulzschneid keinen Platz erhielten, warten oder in andere Kindergärten fahren mussten, fanden sich Eltern zu einer Initiative zusammen und baten um eine zweite Gruppe. Eng sei es derzeit auch in den beiden Kindergärten im Norden der Stadt, erläuterte Wieder. Seit mehreren Jahren fordere das Landratsamt als Aufsichtsbehörde in der Einrichtung St. Magnus für die 70 Kinder einen Bewegungsraum. Das Geld dafür - 75000 Euro - stehe seit zwei Jahren im Haushalt, erklärte Bürgermeister Werner Himmer. Wieder: 'Wir können nicht in allen Kindergärten die Erstwünsche erfüllen.' Derzeit könnten 30 Anmeldungen für Vormittagseinrichtungen nicht berücksichtigt werden. Dagegen seien in den Nachmittagsgruppen Plätze frei. Walter Schilhansl (CSU) appellierte, für dieses Angebot mehr Werbung zu betreiben, zumal es im Vergleich zu den anderen Gruppen für die Eltern günstiger sei.

Plädoyer für Nachmittagsgruppe Himmer empfahl, im Norden eine so genannte Wechselgruppe am Nachmittag einzurichten, denn das Personal sei vorhanden. In Rieder wiederum seien zwei weitere Personen nötig. Dafür sprach sich auch Markus Singer (CSU) aus. Dort müsse das Platzproblem vorrangig gelöst werden. Dr. Manfred Wilde (CSU) wiederum führte ins Feld, dass in Rieder Plätze ebenfalls Mangelware seien. Werde dort eine zweite Gruppe geschaffen, sei sie auch für die Kinder, die momentan in der Stadt betreut werden. Dadurch entspanne sich die Lage für die Stadtkinder. Clara Knestel (Grüne) stellte fest: 'Wenn wir in Rieder eine zweite Gruppe schaffen, müssen wir in St. Magnus trotzdem das Dachgeschoss ausbauen.' Es entspreche zwar nicht den Vorstellungen der Fraktion, aber der finanzielle Druck lasse keine andere Möglichkeit als die Einrichtung einer Wechselgruppe. Dem hielt Wolfgang Schmid (Freie Wähler) entgegen, dass Nachmittagsgruppen nicht angenommen werden. Er sprach sich für die zeitlich begrenzte Einrichtung einer zweiten Gruppe in Rieder aus. Einen Waldkindergarten auch in Sulzschneid zu schaffen, wie es Ortssprecher Roland Müller angeregt hatte, fand kaum Zuspruch. Schmid: 'Damit schaffen wir 20 Plätze und brauchen drei Personen als Betreuung, mit einer regulären Gruppe haben wir 25 mit zwei Personen.' Mit 11:10 Stimmen entschied sich der Stadtrat nun, in Rieder eine zweite Gruppe zu schaffen. Bedingung: Es dürfen keine baulichen Maßnahmen anfallen, außerdem muss es eine förderfähige Gruppe mit mindestens 15 Kindern sein, damit die Stadt nicht allein auf den Personalkosten sitzen bleibt. Mit 13:8 stimmt das Gremium dem Ausbau des Dachgeschossen in St. Magnus zu. Auch dafür gab es eine Bedingung: Das Landratsamt muss dies noch einmal schriftlich fordern.

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