Wieder Geld für Sozialstation

Gemeinderat Hergatz diskutiert über den Haushalt Hergatz (pem). Ein kleines Zwischenhoch zwischen einer Gewitterfront und einem Sturmtief - so könnte man die Haushaltslage der Gemeinde Hergatz zusammenfassen. Heuer wird die 2300-Seelen-Gemeinde womöglich ohne neue Kredite auskommen, im kommenden Jahr sieht es dagegen duster aus..

Die unerwartet gute finanzielle Lage in 2004 hat mehrere Gründe, die teils im vergangenen Jahr liegen. Dazu gehören unverhofft gute Gewerbeeinnahmen (im Jahr 2003), Grundstücksverkäufe (ebenfalls 2003) und hohe Schlüsselzuweisungen (290000 Euro statt ursprünglich 70000), also Finanzhilfen des Landes. 'Das hilft, den Haushalt relativ gut zu gestalten', sagte Bürgermeister Horst Martin. Der Gemeinderat diskutierte den Haushalt in seiner jüngsten Sitzung nur, verabschiedet werden soll er Anfang März. Einige Daten aus der Vorlage sind aber bereits Makulatur. 5000 Euro hatte die Gemeinde für den Unterhalt in Sachen Wasseranlagen eingeplant. Freilich sind laut Kämmerer Hugo Knittel in den vergangenen Tagen Rechnungen eines Unternehmens über 24000 Euro ins Rathaus geflattert. Sie stammen teils noch aus dem Jahr 2002. Über die unverhoffte Mehrausgabe ärgerten sich etliche Räte. 'Bekommen Sie das nicht mit, dass da etliche Rechnungen ausstehen', wunderte sich beispielsweise Andrea Warthemann. Knittel erklärte das mit der großen Zahl an vergleichsweise kleinen Rechnungen. 'Bei größeren behalten wir es natürlich im Auge. Bei vielen kleineren Dingen geht das nicht', erklärte der Kämmerer. Eine Erhöhung der Grundsteuern brachte Alfred Prestel ins Spiel. Er begründete das mit den hohen anstehenden Ausgaben im Jahr 2005. Beispielsweise muss die Gemeinde dann das Feuerwehrauto bezahlen, und Kosten für den Ausbau der Bahnübergänge übernehmen. Alles in allem werden dafür mehrere 100000 Euro fällig. 'Die Verschuldung darf nicht weiter steigen, sonst werden wir handlungsunfähig', begründete Alfred Prestel seinen Antrag. Eine Erhöhung der Grundsteuer sei gerecht, weil sie Grundstückeigentümer wie Mieter gleichermaßen treffe. Mit seinem Ansinnen stieß er freilich auf Widerstand. Bereits im vergangenen Jahr habe man die Steuern erhöht, da könne man den Bürger nicht erneut stärker zur Kasse bitten, wehrte sich Andrea Warthemann 'strikt gegen jede Erhöhung'. Über den Antrag entschieden wird, wenn der Haushalt verabschiedet wird. Gekürzt wurde der Ansatz für die Fortbildung der Erzieherinnen. Statt 1000 Euro werden nur 500 eingeplant. Dafür werden der Jugendarbeit 500 Euro zugeführt. Einen entsprechenden Antrag von Klaus Bilgeri hieß der Gemeinderat mit 9:4 Stimmen für gut. Wieder bezuschussen wird die Gemeinde die Caritas Sozialstation Westallgäu. Und zwar mit 51 Cent je Einwohner. Im vergangenen Jahr hatte der Gemeinderat den Zuschussantrag wegen der Finanznot abgelehnt. 'Die Sozialstation fährt in die entlegensten Bereiche und hilft den Menschen', begründete Ingrid Grohe ihren entsprechenden Antrag. Auf den normalen gesetzlichen Rahmen beschränkt ist künftig wieder der Kassenkredit - quasi der Überziehungsrahmen - der Verwaltung. Er wird von 450000 Euro auf 335000 Euro zurückgefahren. Notfalls soll ein 'normaler', also zinsgünstigerer Kredit aufgenommen werden. Ein entsprechender Beschluss fiel mit 7:6 Stimmen.

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