Wie haltens die Grünen mit ihren Rebellen?

Kempten (pa). - Ein Problem, auf das die bayerische SPD mit dem Rauswurf einiger 'Rebellen' reagiert hatte, kommt jetzt auch auf die Grünen zu. Denn dem Verein 'Wahlalternative und soziale Gerechtigkeit', der am Wochenende bundesweit und auch mit einer Allgäuer Regionalgruppe gegründet wurde, gehören auch eine Reihe von Grünen an. Der Kemptener Ex-Stadtrat Peter Höflinger zum Beispiel. Wie sollen die Grünen reagieren, wenn aus dem Verein eine neue Partei wird? Im Falle von Doreen Sommer, die wie Höflinger dem provisorischen Vorstand der Allgäu-Gruppe des neuen Bündnisses angehört, braucht die Partei gar nicht mehr zu reagieren. Denn Sommer ist nach einem Jahr bei den Kemptener Grünen, wo sie als Kassiererin im Vorstand saß, vor wenigen Tagen aus der Partei ausgetreten. Zu ihren Motiven will sie sich nicht äußern, doch mit der Wahlalternative habe ihr Austritt nichts zu tun. Und ob sie, falls aus dem Verein eine neue Partei hervorgeht, dieser überhaupt beitreten werde, wisse sie auch noch nicht: 'Erst mal sehen, wie sich das entwickelt.' Auch Peter Höflinger versichert, dass er noch nicht wisse, ob er in eine solchen Partei eintreten würde. Aber das sei ja auch heute noch gar nicht das Thema. Denn ob überhaupt eine Partei gegründet werden soll (die dann wohl links von der SPD angesiedelt wäre), wolle die Wahlalternative erst gegen Ende des Jahres entscheiden. Jetzt, sagt Höflinger, sei erst mal nur ein Verein gegründet worden, eine Protestbewegung hauptsächlich gegen die Sozialpolitik der Bundesregierung. Denn er sei, vor allem auch als engagierter Gewerkschafter (Höflinger ist freigestellter Betriebsrat bei der Telekom), 'mit der Politik dieser rotgrünen Regierung nicht einverstanden'. Wobei der Grüne Höflinger ausdrücklich den grünen Teil der Regierung in die Kritik mit einbezieht.

Es grummelt an der grünen Basis Da geht es Thomas Hartmann, Kreisvorstand der Kemptener Grünen, nicht anders: 'Gute Teile an unserer Basis sind mit der Politik in Berlin nicht einverstanden, ich inklusive.' Was nun die Wahlalternative und eine mögliche neue Partei angeht, plädiert Hartmann fürs Abwarten: 'So lange wir nicht wissen, was die machen, ist das nicht aktuell.' Klar sei natürlich, dass man nicht Mitglied in zwei Parteien sein könne. Und dass, wer sich offensichtlich parteischädigend verhält, von den Grünen ausgeschlossen werden kann.

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