Niedersonthofenl
Wie ein Bielefelder Bub zum Allgäuer «Kilian» kam

Neun Jahre ist es her, da saßen die Niedersonthofener Freunde von Winfried und Marion Frühling aus Bielefeld im Gasthaus «Krone» und grübelten. Es galt, einen echt Allgäuer Namen für ein Baby zu finden, das unter dramatischen Umständen in Kempten zur Welt kam. Heute heißt der Bub mit seinem zweiten Vornamen Kilian. Und weil er quasi ein Niedersonthofener ist, kommt er mit seinen Eltern immer wieder ins Oberallgäu zu Besuch.

Vater Winfried und Mutter Marion Frühling waren vor neun Jahren im Urlaub in Rieggis bei Niedersonthofen, als bei Marion im siebten Monat plötzlich die Wehen einsetzten. Per Kaiserschnitt musste das Baby mit rund 1000 Gramm schnellstmöglich geholt werden. Die Ärzte im Kemptener Klinikum kämpften erfolgreich um das kleine Leben. Nach sieben Wochen war der kleine Marwin Kilian so stabil, dass er im Brutkasten nach Bielefeld transportiert werden konnte.

«Das waren die dramatischsten, dann aber auch die schönsten sieben Wochen meines Leben», sagt Vater «Winni» Frühling. Er konnte wegen der Arbeit nur immer Freitagnachmittag ins Allgäu fahren - und am Sonntagabend wieder zurück. Über 10000 Kilometer mehr hat der Tachometer des Autos danach angezeigt. «Schlafen konnte ich immer im Dachzimmer bei unseren Freunden, der Familie Walser, in Niedersonthofen», erinnert er sich.

Sie kümmerten sich auch rührend um Mutter und Kind.

Winfried Frühling ist fest mit dem Allgäu verwurzelt. Seit seinem sechsten Lebensjahr schon kommt er nach Niedersonthofen. Zuerst ab 1967 mit seinen Eltern, dann als Jugendlicher allein mit dem Zug, später mit dem eigenen Auto. Solange Marwin Kilian auch gerne nach Niedersonthofen kommt, ist es gar keine Frage, wo die Familie ihren Urlaub verbringt, meint auch Mutter Marion.

Bei den Kühen am Hof von Familie Hailer fühlt sich der Neunjährige am wohlsten. Auch sonst hat der Kleine einige bayrische Tugenden: Er fährt gerne Ski und Schlitten und ist natürlich auch Fan vom Fußballverein Bayern München.

Namenssuche dokumentiert

Die Namenssuche vor neun Jahren im Gasthaus «Krone» in Niedersonthofen ist übrigens dokumentiert und wird sorgfältig aufbewahrt. Unter Mithilfe aller Besucher wurden gängige Namen wie Toni oder Albert und historische wie Pelagius oder Jodok fein säuberlich auf einen Zettel von der Bedienung geschrieben und danach der Mutter überbracht. «Diese Erinnerung ist sauber laminiert im Fotoalbum», sagt Vater Winni lachend.

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