Kaufbeuren
Wie ein abgelaufenes Haltbarkeitsdatum

Nach der Legionellen-Infektionswelle in der Region Ulm warnt Klaus Scheidl vom Städtischen Wasserwerk in Kaufbeuren vor den möglichen Ansteckungswegen. Auch wenn in Ulm die Ursache noch nicht zweifelsfrei feststeht, könne nicht oft genug darauf hingewiesen werden, dass Trinkwasservorrichtungen nur von fachlich versierten Unternehmen gebaut oder verändert werden dürfen.

Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass in Kaufbeuren relativ viele Wohnungen leerstehen (wir berichteten), dürften laut Scheidl auch Gefahren des sogenannten Stagnationswassers nicht unterschätzt werden. Legionellenwachstum wird begünstigt, wenn Wasser lange steht und sich erwärmt. Wird das Wasser dann freigesetzt, zum Beispiel durch Sprühanlagen, läuft man Gefahr, die Bakterien einzuatmen. «Trinkwasser sollte den Weg vom Wasserversorger zum Wasserhahn möglichst rasch zurücklegen», so der technische Geschäftsführer des Wasserwerks. Wenn Wasser nicht fließe und damit stagniere, gleiche dies einem Lebensmittel mit «abgelaufenem Haltbarkeitsdatum». Das heißt, dieses Wasser ist nicht zwangsläufig schlecht, andererseits kann es aber auch nicht mehr zweifelsfrei beurteilt und für gut befunden werden.

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Ein Beispiel: Stagniert Wasser in der Leitung, die lange nicht benutzt worden ist, kann es Inhaltsstoffe des Leitungsmaterials aufnehmen und sich in der Qualität verschlechtern. «Nach längerer Zeit können sich auch mikrobielle Einflüsse aus schwach durchströmten Winkeln des Leitungsnetzes nachteilig bemerkbar machen», so Scheidl. «Kurz: Das Wasser verkeimt.» Je häufiger Wasser der Leitung entnommen werde, desto besser ist es für die Qualität. Leitungsteile, die nicht mehr benutzt werden, müssten fachmännisch abgetrennt werden.

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Scheidl rät deshalb analog zu den Empfehlungen des Umweltbundesamtes, kein Trinkwasser für die Zubereitung von Speisen und Getränken zu verwenden, das mehrere Stunden in der Leitung gestanden hat. «Das nachfließende frische Wasser erkennt man daran, dass es etwas kühler aus der Leitung kommt als das Stagnationswasser», so Scheidl.

Vor allem in Einrichtungen mit sehr langen Wasserleitungen, die nicht oft benutzt werden, könnten sich Legionellen bilden und zu gefährlichen Infektionen führen. Selten benutzte Wasserhähne sollten laut Scheidl also regelmäßig mit heißem Wasser durchspült, Duschköpfe regelmäßig entkalkt werden. Scheidl: «Grundsätzlich gilt: Wasser muss fließen.»

Informationen gibt das Städtische Wasserwerk, Telefon (08341) 90480.

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