Wie der Schlamm Wasser verliert

Harter führt in Schönau die Trocknung von Klärschlämmen vor Stiefenhofen/Grünenbach (pem). 'Wenn sich die Industrie damit Kosten spart, sollte das auch Gemeinden möglich sein'. Damit meint Karsten Uitz, Geschäftsführer der Firma Harter in Stiefenhofen, die Entsorgung von Klärschlämmen. Das Unternehmen hatte 50 Vertreter von Gemeinden und Verbänden für Abwasserentsorgung aus dem ganzen Allgäu zu einem Probelauf eingeladen. In der Kläranlage Schönau führte Harter zwei Tage lang die Trocknung von Klärschlämmen vor..

Das Unternehmen Harter ist 1990 gegründet worden. Die Firma bezeichnet sich selbst als 'Trocknungsspezialist'. Mehr als 500 Anlagen sind weltweit in Betrieb. Mit 350 werden Schlämme in der Industrie getrocknet. Verkauft wird in die EU, aber auch nach Asien, die USA und Südamerika. Zunehmend interessieren sich Betreiber kommunaler Kläranlagen für die Anlagen. Grund ist die schwierige Entsorgung von Klärschlämmen. Dessen Ausbringung auf Grünflächen ist in Bayern verboten. Deshalb ist im Allgäu eine Verbrennung an zentralen Orten angedacht. Hier setzt die Firma Harter an. Weil auch ausgepresste Klärschlämme noch zu rund 70 Prozent aus Wasser bestehen, ist ihre Verbrennung aufwändig. Sie sind zudem schwer, der Transsport entsprechend teuer. Weil das auch für Industrieschlämme gilt, werden die vor der Entsorgung schon länger getrocknet. Uitz: 'dadurch lassen sich Entsorgungskosten um ein Drittel, im Idealfall um die Hälfte verringern.' Das System will Harter auf Klärschlämme übertragen. Auch hier erwartet Uitz Einsparungen. Das Prinzip ist einfach: In den Harter-Anlagen wird extrem trockene Luft von unten durch den Schlamm geführt. 'Die Luft ist gierig nach Feuchtigkeit', erklärt Karsten Uitz. Die holt sie sich aus dem Schlamm. Anschließend wird die jetzt feuchte Luft stark unterkühlt. Folge: die Feuchtigkeit schlägt aus, ähnlich einem beschlagenen Spiegel im Badezimmer. Das Ganze spielt sich in einem geschlossenen Kreislauf ab. Auch die Energie wird nicht über Abwärme an die Umwelt abgegeben, sondern wieder gewonnen. So können die Anlagen der Westallgäuer Firma mit vergleichsweise niedrigen Temperaturen arbeiten. Sie benötigen nach Firmenangaben die Hälfte, mitunter nur ein Drittel der Energie herkömmlicher Trocknung. Dabei kann dem Schlamm auch mehr als 90 Prozent Feuchtigkeit entzogen werden. Wie die Harter-Anlagen arbeiten, bekamen Bürgermeister, Bauamtsleiter und Verbands-Techniker in Schönau (Gemeinde Grünenbach) vorgeführt. In der dortigen Kläranlage hatte Harter in einem normalen Kipper eine Kundenanlage aufgebaut. Mit ihr können bei 48 Grad 8,5 Tonnen am Tag getrocknet werden. Die Anlage ist für 24-Stunden-Betrieb ausgelegt. Erstmals hatte die Firma diese Form der Präsentation gewählt. Uitz ist mit dem Erfolg zufrieden. Harter hatten 50 Institutionen eingeladen. Uitz: 'Alle sind gekommen. Das zeigt, wie aktuell das Thema ist.'Die Anlage der Firma Harter ist in der Kläranlage Schönau am Mittwoch 26. und Donnerstag 27. Mai in Betrieb. Interessenten können sich bei der Firma Harter melden unter 08383/92239.

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