Widerstand gegen blaue Tonne

Babenhausen l fs/syr l Mit einer Untersagungsverfügung hat jetzt das Landratsamt auf die Einführung der blauen Tonnen im Unterallgäu reagiert. 'Allerdings ist die Rechtslage nicht eindeutig, sodass mit einer gerichtlichen Auseinandersetzung zu rechnen ist', heißt es von Seiten der Behörde. In Babenhausen hat ein gewerbliches Unternehmen die Altpapierbehälter bereits aufgestellt. Das sorgt dort kräftig für Ärger.

Babenhausen ist, wie berichtet, die erste Gemeinde im Unterallgäu, in der es die Behälter gibt. Daneben hat die Firma vor, die Altpapiertonnen auch in anderen Gemeinden zu etablieren. Landratsamt und Vereine wehren sich dagegen, weil die vielerorts sammelnden Vereine mit dem Erlös ihre Jugendarbeit finanzieren und eine private Sammlung letztlich die Abfallgebühren in die Höhe treibt.

Besonders sauer stoßen die neuen Behälter in Babenhausen der Pfarreiengemeinschaft auf. Norbert Sauter, der in der Gemeinde für die Altpapiersammlungen zuständig ist, stellte jetzt heraus, dass durch die Einführung der Tonne bis zu 10 000 Euro pro Jahr für Missionsprojekte verloren gingen.

Das rief auch Pfarrer Christian Lang auf den Plan. In einem Pfarrbrief schreibt er, dass das Abfallentsorgungsunternehmen 'vermutlich im gesetzlich möglichen Rahmen agiert' und man voraussichtlich nichts unternehmen könne. Trotzdem fordert Lang die Behörden auf, dies genau zu untersuchen.

Transportiert das Altpapier eine Firma ab, fehlt es bei den Sammlungen, 'die fleißige Helfer seit Jahren zugunsten und mit Hilfe der Aktion Hoffnung durchführen. Dieses Geld kam und kommt immer missionarischen Projekten und ortskirchlichen Bedürfnissen zugute.' Deshalb bittet der Pfarrer die Bevölkerung, nicht von dieser Art der Altpapierentsorgung Gebrauch zu machen, sondern das Altpapier nach wie vor aufzuheben und den Sammlungen zur Verfügung zu stellen, die die Pfarrgemeinde organisiert.

Er wisse zwar um den Aufwand und die Mühe bei dieser Art der Entsorgung, so Lang weiter, er hält dies jedoch für eine 'um- und weitsichtige Entscheidung'. Der Sammelerlös würde andernfalls 'schmerzlich' fehlen und es wäre für die 'bisher fleißigen Hände deprimierend, wenn ihr Engagement plötzlich überflüssig werden würde'.

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