Dietmannsried
Wer zahlt den Kanal nach Reicholzried?

Eine Spezialmaschine vergräbt derzeit den neuen Abwasserkanal - eine drei Kilometer lange Pumpendruckleitung - zwischen Reicholzried und Dietmannsried. Später folgen laut Bürgermeister Hans-Peter Koch noch Pumpstation und Rückstaukanal, insgesamt rechnet die Gemeinde mit Kosten von 800000 Euro. Hintergrund ist: Auch die Reicholzrieder werden künftig ihr Abwasser im Gruppenklärwerk in Lauben reinigen lassen.

Die gemeindliche Kläranlage in Reicholzried, an die bis dato rund 260 Häuser angeschlossen sind, hat bald ausgedient, erfüllt die neuen gesetzlichen Anforderungen nicht mehr (Wasserrechtsbescheid läuft aus). Stellt sich die Frage, beteiligen sich alle Dietmannsrieder an der neuen Pumpendruckleitung oder tragen die betroffenen Reicholzrieder die Kosten selbst? Eine mögliche Antwort auf diese, insbesondere für die Reicholzrieder drängende Frage, gab Koch bei der Bürgerversammlung: «Es ist im Wesentlichen eine Aufgabe der Reicholzrieder.»

Für «Zwischenlösung»

Das sieht Gemeinderat Gerhard Merk aus Reicholzried freilich anders. «Die Reicholzrieder haben für die 24 Jahre alte gemeindliche Kläranlage vor Ort ja schon Herstellungsbeiträge bezahlt.» Wegen Kanalsanierungen sind die Abwassergebühren derzeit auch wesentlich höher als im Rest der Gemeinde: Aktuell sind es 2,93 Euro pro Kubikmeter gegenüber 1,18 Euro. Jetzt sollte man eine Zwischenlösung finden, die die Reicholzrieder nicht über Gebühr finanziell strapaziert, schlägt Merk vor.

Koch entgegnet auf AZ-Anfrage, dass die Reicholzrieder in den 90er Jahren, als der gemeindliche Anschluss ans Gruppenklärwerk anstand, weiter auf ihre Anlage setzten. Der Rest der Gemeinde habe mit dem Anschluss einen sogenannten Verbesserungsbeitrag gezahlt. Der betrug laut Kämmerer Christian Götsch grob über den Daumen gepeilt pro bebautes Grundstück 1000 Euro.

«Ist es gerecht, wenn nun alle die Kanal-Baumaßnahmen für die Reicholzrieder mitfinanzieren?», fragt Bürgermeister Koch.

Er verspricht, vor einer Entscheidung des Gemeinderats und vor Versendung des ersten Bescheids einen Info-Abend in Reicholzried abzuhalten. An diesem Abend, voraussichtlich Mitte 2010, sollen konkrete Zahlen und Fakten auf den Tisch. «Bisher gibt es ja nur eine Studie und eine Kostenschätzung.» Auf Dauer (mit dem Anschluss der Reicholzrieder ans Gruppenklärwerk) sollen auch die unterschiedlich hohen Abwassergebühren der Vergangenheit angehören.

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