Wer war am stärksten ohne Qualm und Alk?

Marktoberdorf/Ostallgäu (sg). - 'Stark ohne Qualm und Alk' - unter diesem Motto beteiligten sich 6., 7. und 8. Klassen der Schulen im mittleren Landkreis Ostallgäu an der gleichnamigen Aktion unserer Zeitung. Über drei Monate hinweg trugen die Schüler und Schülerinnen Tag für Tag in vorgedruckte Listen ein, ob sie zum Glimmstängel oder zu alkoholischen Getränken gegriffen haben. Die Auswertung läuft noch. Zu früh ist es, einen Trend auszumachen. Darüber hinaus sind noch nicht alle Listen in der Redaktion eingetroffen (letzter Abgabetermin ist Montag, 12. Juli.) Insgesamt gibt es ein Preisgeld von 1750 Euro zu gewinnen, gestiftet vom Landkreis, der Barmer Ersatzkasse, dem Lions Club Marktoberdorf und von Autohaus Singer. Bei einer zentralen Abschlussveranstaltung in der letzten Juliwoche werden die Gewinner bekannt gegeben und das Preisgeld vergeben. 'Die Aktion hat zum Nachdenken angeregt', meint Josef Neher, Klasslehrer der 7m an der Obergünzburger Hauptschule. Die Klasse habe ganz selbstständig mitgemacht. Für gut befunden haben auch Ersin Bahadir und Julia Neth als Schüler dieser Klasse das Projekt. Es habe so manches Gespräch im Klassenzimmer gegeben, und vielleicht, so Julia, sei es sogar gelungen, den einen oder anderen vom Nichtrauchen zu überzeugen. Hellmuth Christl, Lehrer an der Hauptschule Marktoberdorf, hat beobachtet: 'In meiner Klasse wurde über das Thema Rauchen und Trinken diskutiert - und das mit guten Argumenten.' Die Selbstkontrolle der Schüler habe so ganz gut gegriffen. Insgesamt werte er diese Aktion als 'positiven Versuch', zumal die Raucher und Trinker immer jünger werden. Anita Fleschhutz und Manuel Böck von der Klasse 6 d loben die Zuverlässigkeit ihrer Mitschüler, mit der sie Tag für Tag ihr Smiley auf der Liste angekreuzt haben. Zufrieden mit dem Verlauf der Aktion zeigen sich auch Susann Schäffner und Tanja Kollmann von der 8 a. Auch sie stellten große Bereitschaft zur Ehrlichkeit fest - vor allem über das Thema Rauchen sei so manches Gespräch geführt worden. Jugendliche und Alkohol, Jugendliche und Nikotin: Zwei Themen, die gerade in den vergangenen Monaten immer wieder in den Medien problematisiert wurden. 'Es wird wieder mehr geraucht' heißt es schon in einer Studie des bayerischen Gesundheitsministeriums von 2000. Die Verdreifachung der Raucherrate seit 1973 insbesondere bei den 12- bis 14-jährigen Jugendlichen stach hervor. Und auch bei den 15- bis 20-Jährigen wurde ein überproportional hoher Anstieg festgestellt. In der gleichen Studie ist für die Jahre 1973 bis 2000 von einem insgesamt rückläufigen Alkoholkonsum die Rede. Die meisten Jugendlichen tränken zu bestimmten Gelegenheiten Alkohol. Allerdings ist in den vergangenen vier Jahren wieder ein Anstieg zu verzeichnen. 'Die neue Qualität ist nicht, dass in der breiten Masse mehr, sondern dass exzessiver getrunken wird', meint dazu Wolfgang Hawel, der beim Gesundheitsamt Ostallgäu für die Arbeit in der Suchtprävention zuständig ist.

Vielfältige Aufklärungsarbeit Vom Kindergartenalter bis hin zum Schulabschluss begleiten Aktionstage und Ausstellungen, Projekte und vieles mehr die Jugendlichen. Im Herbst zum Beispiel, so Hawel, wird die Ausstellung 'Wir brauchen nicht rauchen' für fünf Wochen im Landkreis an verschiedenen Orten zu sehen sein. Diese Ausstellung ist Teil des bayerischen Modellprojektes 'Rauchfreie Schule'. In all den Bemühungen ist dies jedoch nur ein Mosaiksteinchen in der Suchtprävention, bei der die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes, Lehrer und auch die Eltern zusammenarbeiten. i Die noch fehlenden Listen der teilnehmenden Klassen können bis Montag, 12. Juli, bei der Redaktion der Allgäuer Zeitung Marktoberdorf, Jahnstraße 7, abgegeben werden.

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